Unser Logo Unsere Schule Unser Hundertwasser-Flur Stadtwaldfest Skifreizeit in Mittenwald Jedem Kind sein Instrument Freiarbeit nach Montessori Fußballturnier
Albert-Einstein-Realschule      Offener Ganztag - individuell gestaltet

Erste Essener Schule beim DIGI CAMP für Lehrer

Fit für den digitalen Unterrichtsalltag

Lehrern wird gerne nachgesagt, ihr digitaler Kenntnisstand hinke dem ihrer Schüler meilenweit hinterher. Für die AES soll es ein Gerücht bleiben. Das Kollegium bildete sich als erstes in Essen beim DIGI CAMP „Immer online – nie mehr allein?“ fort. Das Pädagogen-Training vom Godesberger Start-up BG 3000, der BARMER und dem TÜV Rheinland bot den Lehrerinnen und Lehrern die Chance, ihre Kenntnisse über den digitalen Kosmos zu erweitern. Schirmherr der eintägigen Veranstaltung war Arno Klare, Mülheimer Bundestagsabgeordneter mit Schwerpunkt Bildungspolitik.


Einig in Sachen Prävention und Digitalaufklärung: (v. l.) Matthias Bremmekamp, BG3000, AES-Schulleiter Wolfgang Neuhaus, Konrektor Martin Streibert, Ulf Ripke, BARMER Essen Süd.

„Immer online – nie mehr allein?“ Für viele Jugendliche wie für Erwachsene ist es bereits zur täglichen Realität geworden. Schulleiter Wolfgang Neuhaus sieht das Motto der Fortbildung  als folgerichtige Ergänzung zum Leitmotiv der AES „Verantwortung übernehmen für sich und andere“. In den vier verschiedenen Arbeitsgruppen erfahren die Pädagogen zum Teil verstörende Fakten. 50 Prozent der Fünftklässler haben bereits ein Smartphone, 80 Prozent der Eltern die Zeit interessieren sich nicht für deren Inhalte. Waren 2007 die 12 bis 17Jährigen noch bis spätestens 23 Uhr im Bett, hatte sich 2019 die Uhrzeit bereits auf 1:20 Uhr verschoben. Und es soll Familien geben, die „Alexa“ als Familienmitglied betrachten. Hier wird auch die gesundheitliche Dimension des Themas deutlich.


Immer dabei: Das Smartphone. Und wer noch?

Die Sprache des World Wide Webs ist Englisch. Daher müssen sowohl Nutzer als auch Erzieher ein umfassendes Spezialvokabular der Weltsprache beherrschen. Es wimmelt von „Admins“, „Usern“, „Chats“, „Feedbacks“ oder „Social Scoring“. Die AES-Lehrkräfte diskutieren in den Workshops „Digitales Lehren und Lernen – Neue Medien im Unterricht“, „Social Hacking – Wie sicher sind wir im Netz?“, „Cybermobbing und digitale Dynamiken“ sowie „Social Media & Co. – Prävention vor digitalem Stress“.
Lebenswelt Smartphone. Die digitale Wirklichkeit erzeugt Stress. Um nicht ausgeschlossen zu werden, haben Kinder das Gefühl, auf jede Bewegung ihres Smartphones unmittelbar und zu jeder Tages- und Nachtzeit reagieren zu müssen. Um gegenzusteuern hat sich die AES schon vor Jahren entschlossen, den Schultag für handyfrei zu erklären. Ausnahmen können die Lehrkräfte in ihrem Unterricht gestatten, um die positiven Möglichkeiten der Technik zu nutzen und den sinnvollen Umgang damit zu trainieren.
Die Referenten klären auf über Sicherheitslücken und deren Behebung, warnen vor „Datenfatalismus“ („Ich hab‘ doch nix zu verbergen.“) und empfehlen, zum Schutz des Privaten das Smartphone zu warten und zu pflegen wie zum Beispiel ein Auto. Klassen-Gruppenchats sind längst Praxis. Die Lehrerinnen und Lehrer diskutieren ihre Erfahrungen und erhalten wertvolle Tipps zur Organisation. „Stellen Sie Regeln auf“, lautet das Mantra. „Überall im Leben gibt es Regeln, warum hier nicht?“


Referent Moritz Gruber warnt vor Gedankenlosigkeit bei Passwörtern.

Auch hinterfragen will geübt sein. „Warum machen wir dies oder jenes eigentlich?“ ist eine ganz wichtige Frage und die schlechteste Antwort darauf lautet: „Weil es möglich ist.“ Ein Referent präsentiert neben jeder Menge Unterrichtserfahrung Software für den Unterricht, zur Teambildung, zur Notenverwaltung, ja selbst Korrigieren von digitalen Arbeiten ist möglich. Mit einem Programm kann man selbst Lehrfilme produzieren.
Am Ende des Tages füllen Teilnehmerinnen und Teilnehmer Bewertungsbögen zur Fortbildung aus. Veranstalter BG 3000 wertet sie aus und gibt der Schule eine Rückmeldung der Meinungslage. Der Tag hat sich gelohnt. Die Motivation, sich digitaler Medien zu bedienen und gleichzeitig Kindern und Jugendlichen verantwortungsvollen Umgang damit nahezubringen, wird sich schon bald im Unterricht niederschlagen.


Noch Fragen zur Sicherheit? Das häufigste Passwort in Deutschland ist „Hallo“, auf Platz vier erst „Schalke 04“. Weltweit herrscht noch größere Schlichtheit: Auf Platz eins ist „123456“.

 
Michael Rausch



Veröffentlicht am:
30.11.2019