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Albert-Einstein-Realschule      Offener Ganztag - individuell gestaltet

Abschied aus der Schule

Rellinghauser Schulleiterin geht in den Vorruhestand
WAZ Essen Lokal von Elli Schulz am 15.07.2018



Ulrike Liebenau, Schulleiterin der Albert-Einstein-Realschule in Rellinghausen und Kettwig, geht in den Vorruhestand und blickt aus diesem Anlass auf ihre Laufbahn zurück.
Foto: Socrates Tassos

ESSEN-RELLINGHAUSEN/KETTWIG. Ulrike Liebenau hat die Albert-Einstein-Realschule in Rellinghausen und Kettwig geleitet. Jetzt hat sie sich in den Ruhestand verabschiedet.

Am letzten Schultag vor den Sommerferien hieß es gestern für die Schüler der Rellinghauser Albert-Einstein-Realschule und der Kettwiger Zweigstelle Abschied nehmen: Die langjährige Schulleiterin Ulrike Liebenau geht in den Vorruhestand.

Es habe ihr immer große Freude bereitet, die Kinder und Jugendlichen ein Stück ihres Lebensweges zu begleiten. „Es war eine tolle Zeit, ich habe bis zum letzten Tag gern gearbeitet, aber jetzt freue ich mich auch auf die freie Zeit und vor allem darauf, dass nicht mehr morgens um sechs der Wecker klingelt“, sagt die 63-Jährige. „Es ist schon ein komisches Gefühl, jetzt zu gehen, aber es fühlt sich trotzdem richtig an“, sagt sie. Langeweile werde sie nicht haben. Im Herbst gehe sie mit ihrem Mann erstmal auf große Australien-Reise. „Das war immer unser Traum“, sagt Ulrike Liebenau.

Zum Abschied blickt sie auf ihre Laufbahn zurück. Vieles sei schwieriger geworden. Es bleibe immer weniger Zeit für private Treffen mit den Schülern, aber auch für inhaltliche Exkurse, für die Themen am Rande. „Wo man in den 70er und 80er Jahren noch pädagogische Freiheiten hatte, gibt es heute einfach viel mehr Vorgaben, auch durch die zentralen Prüfungen.“ Früher hätten Lehrer die Schüler mal nach Hause eingeladen oder seien mit ihnen Pizzaessen gegangen. Das gebe es heute kaum noch.

Auch durch die Inklusion seien derzeit viele zusätzliche Aufgaben zu bewältigen. Dass Schüler heute mehr Stress haben, will die langjährige Schulleiterin so nicht bestätigen. „Der Stress kommt meistens daher, dass die falsche Schulform gewählt wurde und die Kinder dann überfordert sind“, weiß Ulrike Liebenau aus Erfahrung.

Seit sie vor zwei Jahren die Dependance der Albert-Einstein-Schule in Kettwig übernahm, sei sie zeitlich so eingespannt gewesen, dass sie nicht mehr unterrichten konnte. „Dabei bin ich doch Lehrerin geworden, weil ich Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen habe“, sagt sie. In der Kettwiger Dependance habe sie morgens um sieben angefangen, um gegen zehn Uhr nach Rellinghausen zu wechseln. „Die Priorität musste ich in den letzten Jahren einfach für die Verwaltung legen“, sagt Liebenau.

Ursprünglich wollte die gebürtige Düsseldorferin gar keine Lehrerin werden. Sie studierte in Münster Mathe und Betriebswirtschaft auf Diplom. „Dann habe ich mir überlegt, dass ein Job in diesem Bereich schwierig wird, wenn ich eine Familie gründen will“, erinnert sich die 63-Jährige. Also habe sie Biologie als zweites Fach dazugenommen und auf Lehramt für Realschule umgesattelt. Ihr Referendariat absolvierte sie in Düsseldorf, trat ihre erste Stelle 1980 in Kettwig an, wo sie seit 1982 auch wohnt. In Kettwig habe sie als Konrektorin bereits viel Erfahrung in Sachen Schulleitung gesammelt, weil der Leiter länger erkrankt war. Zwischendurch sei sie in Aachen tätig gewesen, bis ihr 2002 die Schulleitung an der Albert-Einstein-Schule angeboten wurde.

„Es ist schon erwünscht, dass man die Schule wechselt, wenn man eine Schulleitung übernimmt. Die Stelle in Rellinghausen wurde mir vom damaligen Dezernenten angetragen“, sagt Ulrike Liebenau.

Zwischenzeitlich habe sie dann wie geplant eine Familie gegründet, ihre Söhne sind heute 36 und 34 Jahre alt, sie hat ein Enkelkind. „Elternzeit, wie man sie heute kennt, war damals nicht üblich“, blickt sie zurück. Nach der Geburt des ersten Sohnes sei sie in halbes Jahr zu Hause geblieben, nach dem zweiten, der im März zur Welt kam, sei sie direkt nach den Sommerferien wieder eingestiegen. „Dank einer Kinderfrau lief das ganz gut.“


Konrektor Wolfgang Neuhaus übernimmt die Leitung der Schule kommissarisch, bis ein Nachfolger für Ulrike Liebenau gefunden ist. Foto: Socrates Tassos

Ulrike Liebenau verlässt ihren Schreibtisch jetzt entspannt. Das neue Schuljahr sei weitgehend vorbereitet, den Rest erledige Konrektor Wolfgang Neuhaus (61), der vorerst ihre Aufgaben übernimmt. „Wir gehen aber davon aus, dass im Laufe des Kalenderjahres ein Nachfolger kommt, sagt Neuhaus. Den Kontakt zu „ihrer“ Schule will Ulrike Liebenau auf jeden Fall halten, habe sie doch zum Abschied eine Dauerkarte für den jährlichen Varieté-Abend der Schüler bekommen.



Veröffentlicht am:
15.07.2018