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Albert-Einstein-Realschule      Offener Ganztag - individuell gestaltet

RL Kein Raum für Fehler

Crash Kurs NRW

Die Stimme aus dem Off sagt: "Ihr seid ganz nah dran!" Da sind die Jugendlichen des 10er-Jahrgangs noch teilweise belustigt. Ein bisschen so, als sollte jetzt ein Weltraum-Abenteuerfilm beginnen. Ein blauer Ballon trägt Wünsche und Hoffnungen, aufge-schrieben von den anwesenden Schülern. Doch als Polizeihauptkommissarin Christina Kraemer die ersten brutalen Unfallfotos kommentiert und drastische Zahlen nennt, ist jedes Lächeln verflogen. Die Unterrichtseinheit "Crash Kurs NRW" in der Albert Einstein Realschule hat begonnen.


Noch gelöste Stimmung bei den Jugendlichen zu Anfang des Crash Kurs NRW.

Zusammen mit Partnern von Feuerwehr, Rettungsdiensten oder Notfallseelsorge hat die Polizei NRW nach englischem Vorbild ein Programm aufgelegt, um die Verkehrsunfallzahlen bei Jugendlichen dauerhaft zu senken. Und dabei geht es nicht zimperlich zu. Den Schülern fliegen Zahlen von Verkehrstoten um die Ohren und die Archivbilder sprechen eine eindringliche Sprache. Christina Kraemer nennt die Hauptursachen: Überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol, Drogen, Unaufmerksamkeit.


Polizeihauptkommissarin Christina Kraemer kommentiert die schockierenden Unfallfotos.

Ihr Kollege PHK Marc Feldermann referiert ausführlich und mit Schockfoto von einem Radfahrer, der beim Aufprall auf einen Schaltkasten sein Gesicht verlor. Überlebt hat er den Unfall nicht. Wie nah sie tatsächlich dran sind, merken die Schüler, als Ober-brandmeister Christian Goronzy von dem jungen Mädchen berichtet, die mit Handy und Kopfhörern traumwandlerisch aus der Bahn steigt und von einem Kleintransporter erfasst wird. Die Einzelheiten der Rettungsaktion sind schockierend. Das Opfer hat sämtliche Knochen gebrochen, wird reanimiert und verstirbt nach Blaulichtfahrt dann doch im Krankenhaus. Da wird klar: "Es gibt keinen Raum für Fehler."


Angesichts dieser Bilder hat jeder einen Kloß im Hals.

Schwer erträglich sind die Schilderungen des Notfallseelsorgers Norbert Keltermann, der Polizisten begleitet, die die Familie vom Unfalltod eines Angehörigen informieren muss. Den Hinterbliebenen reißt es den Boden unter den Füßen weg. Keltermann appelliert an die Verantwortung für Familie und Freundeskreis. Ein letzter Einspieler zeigt, wie junge Leute einem verstorbenen Freund sagen, wie sie ihn vermissen: "Du warst sogar schneller als das Leben." Und da taucht ganz verstohlen das eine oder andere Papiertaschentuch auf. Knalleffekt zum Schluss: Die Polizistin lässt den blauen Ballon mit Wünschen und Hoffnungen der Schüler platzen. So schnell kann's gehen.
 
Michael Rausch



Veröffentlicht am:
29.06.2018