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RL Der Elektroantrieb ist unterwegs

Zukunftsthema Mobilität
 
Alle Schüler der 9b haben mindestens ein Auto mit Otto- oder Dieselmotor zu Hause, 16 sogar zwei und bei 10 sind es drei oder mehr. Carsten Schultz von der Deutschen Umweltaktion e.V. wirbt im Chemieunterricht der AES für Elektro- und Hybridantriebe im Individualverkehr. Gefördert wird das Projekt durch das Energieunternehmen innogy. Angesichts der Zahlen, "in 30 Jahren werden weltweit 30 Milliarden Automobile erwartet", liegt für die Jugendlichen die Problematik klar auf der Hand. Ihnen ist bewusst, dass der CO2 -Ausstoß dringend reduziert werden muss.
 
Was manche für pfiffiges Design halten finden andere "schäbig". Experte Carsten Schultz leistet Überzeugungsarbeit.
 
Der öffentliche Personennahverkehr schneidet allerdings im direkten Vergleich mit dem Pkw schlecht ab. Trotz Staulawinen und Endlosbaustellen ist man mit dem eigenen Auto doch immer noch schneller am Ziel ganz abgesehen von schrägen Mitfahrern nachts in der Bahn. Auch das gerade euphorisch bejubelte Fahrrad ist im Berufsverkehr eher wenig attraktiv. Die Anzugträger möchte man sehen, die bei Wind und Wetter ganzjährig ins Büro radeln. Für den täglichen Bedarf, als Transportmittel, im Urlaub, gibt es eben zurzeit nichts Praktischeres als das individuelle Automobil, das streitet Carsten Schultz nicht ab.
 
Knöllchen für zu langes Strom-Laden? Nein danke.
 
Allein der Antrieb ist das Hauptproblem. Zwar hat das gute alte Auto schon im 19. Jahrhundert als Elektrofahrzeug begonnen, wurde dann aber von einem gewissen Herrn Benz umgerüstet auf Verbrennungsmotor und trat so den Siegeszug rund um die Welt an. Mit dem bekannten Ergebnis: Zuviel Schadstoffe für die Atmosphäre.

Das alles ist unter den Schülern unbestritten. Jedoch stoßen die bisher 120.000 Elektromobile, die bundesweit unterwegs sind, besonders bei den männlichen Jugendlichen auf gewisse ästhetische Einwände: "Die sehen so schäbig aus." Ein weiteres Gegenargument, das mit zunehmendem Alter wohl verblassen wird: "Ich vermisse den Sound." Auch die vergleichsweise geringe Reichweite wird problematisch gesehen.

Da muss Carsten Schultz ganz tief in die Argumentkiste greifen. Die meiste Zeit, so der Ingenieur, wird das Auto für kurze Strecken genutzt, oder steht sogar nur rum. Der Urlaub ist ein sehr geringer Anteil des Jahres und man könne doch, bei so viel Zweit- und Drittwagen, zumindest einen davon durch ein Elektromobil ersetzen. Dann zeigt er schnittige Modelle, die sich optisch mittlerweile nicht mehr von den Benzinern unterscheiden. Punkten kann er noch mit dem Drehmoment der Elektrofahrzeuge, die jeden Boliden auf den ersten hundert Metern alt aussehen lassen.

Wenn da nicht das Aufladen wäre, das für maximal 500 km Reichweite mindestens 2 Stunden braucht. Das E-Tankstellen-Netz ist noch erweiterungsbedürftig und die Stadt Essen vergab jüngst noch Knöllchen für E-Mobile, die die Zeit von 2 Stunden überschritten hatten. Nicht sehr ermutigend, ebenso wenig wie die Preise um 40.000 Euro. Und ob der Strombedarf für Elektromobile zukünftig komplett aus "sauberer" Energie gewonnen werden kann, bleibt noch zu beweisen. Die jetzigen Neuner werden es erleben.
 
Text und Fotos: Michael Rausch



Veröffentlicht am:
29.06.2018