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Albert-Einstein-Realschule      Offener Ganztag - individuell gestaltet

Corona Ciao

Corona ciao – Hallo Schule!

Leider ist das „Tschüss Corona“ noch nicht greifbar, das hält die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe  5 der Albert-Einstein-Realschule in Kettwig aber nicht ab, den Klassiker „Bella ciao“ gut gelaunt in „Corona ciao“ umzudichten. Strahlende Gesichter können die Schulleitungsmitglieder Hubertus Halder und Melanie Kühn nicht erkennen, als sie jeden Einzelnen am Schultor begrüßen, denn die Maskenpflicht auf dem Schulhof wird konsequent befolgt. Trotzdem ist die Begrüßung fröhlich und jeder spürt, dass sich alle auf den Schulstart nach langen acht Wochen freuen. Diszipliniert geht man in die abgetrennten Bereiche, die zuvor in einer Mail zugewiesen wurden. Dort werden die Kinder von der Hälfte ihrer Klassenkameraden und einer Lehrkraft begrüßt. Etwas seltsam ist es schon noch für alle, dass die Abstände eingehalten werden müssen und dass die eigene Klasse plötzlich aus weniger als fünfzehn Personen besteht. Lehrerin Katrin Heine lächelt ihre Gruppe an: „Lasst euch überraschen – wir werden das Beste daraus machen!“


Persönliche Begrüßung am Schultor

Nachdem die Jahrgangsstufe 10 vor zwei Wochen mit der Rückkehr in den Schulalltag begann, dürfen jetzt also auch die Kleinsten wieder in die Brederbachstraße zurück. „Voll cool – ich freue mich so!“, sagt eine lachende Totenkopfmaske. Seine Brillengläser sind beschlagen, denn er ist den Weg vom Bus gerannt, um auf gar keinen Fall zu spät zu kommen. „Ich weiß, wo ich hin muss“, damit stürmt er an den begrüßenden Lehrern vorbei und diese rätseln über den Namen des Jungen. Immer wieder lugen Eltern vorsichtig um die Ecke und eine Mutter beruhigt offensichtlich jemanden, indem sie in ihr Handy flüstert: „Es ist alles super organisiert. Wir müssen uns keine Sorgen machen!“


Diszipliniertes Verhalten auf dem Schulhof


Dem ersten Tag der Unterstufe gingen intensive Planungen voraus und Schulleitungsmitglied Hubertus Halder ist sichtlich erleichtert, dass alles glatt lief: „Die Schülerinnen und Schüler waren sehr diszipliniert und man spürt, dass die Elternhäuser den Umgang mit Corona intensiv besprochen haben.“ Die Schulleitung ist stolz auf die vergangenen Wochen und das Miteinander im Kollegium. Das größte Problem war, Abläufe zu koordinieren, da aufgrund der Risikogruppen nur auf knapp die Hälfte der Kolleginnen und Kollegen zurückgegriffen werden konnte. Es galt, Zusammenkünfte zu vermeiden, während die Kommunikation mit den Elternhäusern ermöglicht werden musste. Offiziell durfte das Kollegium nicht über private Endgeräte oder Mail-Adressen kommunizieren und viele offene Fragen werden erst nach und nach geklärt. Waren es zu viele oder zu wenige Aufgaben? Welche technischen und organisatorischen Voraussetzungen gibt es zu Hause? Die Suche nach einer rechtlich möglichen Internet-Plattform begann und dank der Kooperation des engagierten Schülervaters Guido Brombach und des Lehrers Steffen Pfannschmidt gelang es, “moodle“ zu installieren. „Wir sind noch mitten im Lernprozess, aber es ist super, wie alle Kollegen versuchen, sich in dem Medium zurechtzufinden“, meint Herr Pfannschmidt.
Da ein Ende der Mischung aus „Lernen auf Distanz“ und Präsenzunterricht nicht in Sicht ist, ist das Kollegium froh, auf die Internet-Plattform zurückgreifen zu können. Einzelne Kollegen bieten fortlaufend kleine Workshops an, um allen Kollegen den Zugang zu dem neuen Medium zu erleichtern. In einer ehrenamtlichen Fortbildung zeigte Brombach, wie die Plattform in den „normalen“ Unterricht eingebaut werden kann. „Bei allem Negativen, das Corona mit sich bringt, muss man doch sehen, wie wir alle es schaffen, das Positive in dieser Situation zu finden. Ich bin beeindruckt, wie sehr ein ganzes Kollegium sich auf neue Lehrformen stürzt, obwohl die technischen Bedingungen mittelmäßig sind“, stellt Brombach mit einem Lächeln fest.


Dienstbesprechung mit Mundschutz und Abstand

Um in der Eingewöhnungsphase noch alle Elternhäuser zu erreichen, greift die Schulleitung weiter auf den herkömmlichen Weg der Mails zurück und ist froh, dass viele engagierte Eltern diesen Weg der Kommunikation unterstützen. Schulpflegschaftsvorsitzende Gisela Südbeck kann von vielen Telefonaten und Mails zu ungewöhnlichen Uhrzeiten berichten, findet aber ihrerseits nur gute Worte über das Kollegium: „Alle haben sich sehr schnell auf die neue Situation eingestellt. Da wurden eigene, nur für die schulischen Belange genutzte E-Mail-Adressen eingerichtet, Videokonferenzen anberaumt, Rückfragen zur Abgabe der erledigten Hausaufgaben innerhalb kürzester Zeit beantwortet. Dass viele Elternhäuser jetzt überlastet  mit dem Homeschooling sind, stieß von Anfang an auf Verständnis, da wurden die Aufgaben dann eben angepasst und nervöse Eltern telefonisch beruhigt.“ Insgesamt sei die Kommunikation zwischen den Eltern und dem pädagogischen Team getragen von Verständnis füreinander.     


kreative Notbetreuung


Jetzt sind aber alle erst einmal froh, dass man sich ganz real sieht, denn das persönliche Miteinander kann kein Video-Chat ersetzen. Es wird weiter Notfallbetreuungspläne, herausfordernde Schulmails aus Düsseldorf und unter schwierigsten Personal- und Hygienebedingungen umzusetzende Vorschriften geben, aber die Leichtigkeit der Fünftklässler sollte den Ton angeben. Der Schulalltag ist offensichtlich doch viel besser als vermutet und dieses Gefühl sollte möglichst lange erhalten bleiben.
An ein Versprechen werden die Kinder Lehrer Alexander Suppa bestimmt gerne erinnern:  „Wenn das alles vorbei ist, singen wir gemeinsam „Corona ciao“!
 

 
Melanie Kühn



Veröffentlicht am:
20.05.2020