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Albert-Einstein-Realschule      Offener Ganztag - individuell gestaltet

Entscheidet euch richtig!

„Soll man besser aus dem sechsten oder zehnten Stock springen?“

Bei dieser Frage bleibt den Schülerinnen und Schülern der Klasse 8 das Lachen im Hals stecken. Während  Oberarzt Dr Till Plönes diese Entscheidung mit der Wahl zwischen Zigaretten und E-Zigaretten vergleicht, wird der Jahrgangsstufe 8 immer klarer, dass sie einem sehr ernsten Vortrag lauschen. Die Ruhrlandklinik hatte die Jugendlichen der Albert-Einstein-Realschule Kettwig zu einem Vortrag eingeladen, der die Gefahren des Nikotinkonsums aufzeigen sollte. Schon der Weg zu dem Raum hatte viele von ihnen nachdenklich gestimmt. Bei strahlendem Sonnenschein ging es im März vorbei an schwer lungenkranken Menschen, von denen einige nicht mehr eigenständig atmen konnten oder nur unter Schutzmaßnahmen einige Schritte weit laufen durften.
„Haben Sie gesehen, dass die Frau mit dem Sauerstoffgerät draußen geraucht hat?“, fragt Kian seine Biologielehrerin Kerstin Heihaus und ihm ist die Fassungslosigkeit anzusehen.


Die Präsentation zeigt Fotos von erkrankten Organen.​

Dem Arzt gelingt es aber später, die jungen Heranwachsenden mit Fakten noch mehr zu verunsichern. „Arsen, Cadmium, das ihr auch in Batterien finden könnt, Lösungsmittel, Mottenschutzmittel – all das findet ihr in Zigaretten“, zählt er auf und gibt die eingelegte Lunge eines Rauchers in einem Glasgefäß herum. Ehrfürchtig wird das schwarz verfärbte Organ betrachtet. Er weiß auch, dass 82% der Raucher vor dem 18. Lebensjahr beginnen. Statistisch erwiesen ist, dass Menschen, die regelmäßig rauchen und Alkohol trinken 12 Jahre weniger leben als andere Menschen. Jeder Zuhörer kann sich eine Tatsache herausgreifen, die ihn oder sie am meisten beeindruckt. Lia wundert sich am zum Beispiel darüber, dass sich sogar die Berufszugehörigkeit in den Tabellen wiederfindet. So rauchen 85% der Möbelpacker und nur 13% der Hochschullehrer.


Skeptisch betrachten die Schüler eine konservierte Raucherlunge.​

Am ruhigsten wird es aber in dem Raum, als der Dozent einen Patienten in einem Rollstuhl in den Raum schiebt. Der ältere Mann war bereit dazu, von seinen schweren Lungenerkrankungen zu erzählen. Mit gebrochener Stimme berichtet er, dass er in dem Alter der Schülerinnen und Schüler war, als er mit dem Rauchen begann. Er schwärmt von den Reisen in ferne Länder und den vielen Marathonläufen, an denen er früher teilnahm. „Nach dem Marathon in New York habe ich mich als erstes in den Central Park gesetzt und habe eine geraucht“, erinnert er sich kopfschüttelnd. „Jetzt schaffe ich es kaum ein paar Meter weit zu laufen, weil mir die Luft fehlt.“ Die Hoffnung bleibt, dass sich möglichst viele 8.Klässler seine abschließenden Worte zu Herzen nehmen: „Wir wussten damals nicht, wie gefährlich das Rauchen ist. Ihr wisst es jetzt. Entscheidet euch richtig.“

 
Melanie Kühn



Veröffentlicht am:
20.05.2019