Projekt "Klemm + Klau"
 
"Klemm und Klau" - ein Präventionsprojekt zum für Kinder zum Thema "Straftaten" 
durchgeführt vom Kriminalkommissariat der Stadt Essen für die Klassen 8 der Albert-Einstein-Schule vom 14.10 - 17.10.2003.

 

Straftaten, die (auch) in der Schule vorkommen
 

Hauen und Klauen
(=Raub § 249 StGB)

Mit Gewalt drohen, um die Herausgabe einer Sache wie Handy, Geld o.Ä. zu erzwingen 
(=Räuberische Erpressung §255 StGB)

Klauen
(= Diebstahl § 242 StGB)

geklaute Sachen annehmen
(= Hehlerei § 259 StGB)

Leihen und nicht Zurückgeben
(= Unterschlagung § 246 StGB)


Da guckst du!!!

Der Projekttag begann mit einer ausführlichen Vorstell- und Kennenlernrunde, in der die Schülerinnen und Schüler auch Gelegenheit hatten, Kommissar Ebeler, dem Jugendkontaktbeamten des Kriminalkommissariats Essen, Fragen zu stellen und ihre Erwartungen für den Tag darzustellen.

Danach überraschte der Kommissar die Klasse mit einem (unangekündigten) Rollenspiel, in dem er - durch den Raum schlendernd - plötzlich einen der Schüler (den er in der Vorstellungsrunde als robust genug für diesen Part kennen gelernt hatte) am Kragen packte:
"Ey, gib her das Mäppchen! Oder es setzt was!!"

Diesen Einschub "konfrontativer Pädagogik " nutzte er als Einstieg, um danach gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern die Thematik "Eigentumsdelikte" und verwandte Straftaten mit ihren Tatbestandsmerkmalen zu erarbeiten (s.o.).

Bei dem nachfolgend gezeigten Film "Der Fünzigmarkschein" hatten die SchülerInnen die Aufgabe, die Hauptakteure Kalle, Janis, Steffen und "Kirsche" (Kl.7) zu beobachten und die von ihnen begangenen strafbaren Handlungen zu protokollieren.


Nach dem Film wurde über die Folgen von strafbaren Handlungen gesprochen.

Für die Jahrgangsstufe 8 (Alter 13 - 15) ist von besonderer Relevanz: Jugendliche sind ab dem Alter von 14 Jahren strafmündig.
Bei 13jährigen und jüngeren Kindern, die Straftaten begehen, wird das Verfahren wegen Strafunmündigkeit eingestellt, aber

die Eltern werden benachrichtigt
es gibt eine Vorladung
die Tat wird gespeichert (und die Akte herangezogen bei erneuter Straffälligkeit in späterem Alter)

Nachhaltigen Eindruck hinterließ der Einblick in das Haftungsrecht (Wiedergutmachung von Personen- oder Sachschäden, die durch strafbare Handlungen entstanden sind wie z.B. Graffiti, Ausgleich von Verdienstausfall nach Körperverletzung eines Geschädigten).
Das Haftungsrecht greift ab dem 7. Lebensjahr und der vom Gericht festgesetzte "Gläubigertitel mit Pfändungsrecht" behält für die Dauer von 30 Jahren seine Gültigkeit.

Erläuterungen zum NEUEN WAFFENGESETZ (s. Artikel aus der NRZ) und Überlegungen, wie SchülerInnen mit selbst erlittenen oder beobachteten Straftaten (in der Schule oder anderswo) umgehen, wo sie Rat und Hilfe holen können, rundeten den Projekttag ab.

 
Fast 100 verbotene Waffen eingesammelt (NRZ 18.10.03)

18 nicht scharfe Schusswaffen, 25 verbotene Messer, zwei Gaspatronen, zwei Steinschleudern und diverse Munition konnte die Polizei sicherstellen, nachdem sie jetzt zum zweiten Mal die an 24 Schulen aufgestellten "Waffen-Container" abholte. Damit sind seit der Beginn der Aktion für eine straffreie und anonyme Abgabe für Jugendliche fast 100 verbotene Gegenstände aus dem Verkehr gezogen worden. Wie die Polizei gestern berichtete, werden die Container nach den Ferien am 3. November noch einmal aufgestellt und am 14.November zum letzten Mal abgeholt. Die Polizei bittet die Schulen darum, die Aktion weiter zu unterstützen und die Jugendlichen auf dieses Angebot aufmerksam zu machen

Fazit: Eine gelungene Zusammenarbeit von Polizei und Schule, bei der die SchülerInnen - und auch die begleitenden KlassenlehrerInnen - viele Informationen und Anregungen bekamen.

Albert E. meets Commissario X.

- ab Schuljahr 2003/04 Bestandteil des Schulprogramms der AES (Kl.8) -