GENERATIONEN BEGEGNEN SICH - (30.03.2004)

Am 30. März besuchten Bewohner des Wohnstifts Augustinum die AES.  
 
Dienstag, 30. März 2004
 
09.00 Uhr
Albert-Einstein-
Realschule

Treffpunkt:
08.30 Uhr
Empfang

GENERATIONEN BEGEGNEN SICH
Schule im Wandel der Zeit
Unterricht heute

Veränderte Voraussetzungen seitens der Erziehung und des Umfeldes der Kinder erfordern andere Unterrichtsmethoden als früher bekannt war. Zudem erwartet die Wirtschaft neben fachlichen Kompetenzen auch soziale Kompetenzen wie Kooperationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit und Toleranz.
Die Albert-Einstein-Realschule versucht durch die offenen Unterrichtsformen die Schülerinnen und Schüler auf diese Erwartungen vorzubereiten.
10 Bewohner/Innen sind eingeladen, an zwei Unterrichtsstunden teil zu nehmen.

Anmeldung bitte im Kulturreferat am Montag, 08.03.2004, ab 09.00 Uhr.


Die Ankündigung des Augustinums in dessen Kulturkalender.
 

Bericht eines Augustinum-Besuchers zum Besuch und zum Jahresthema des Augustinums - "Generationen"

Generationen begegnen sich

Drei Generationen begegneten sich in Essen:

Lehrer und Schüler der Albert-Einstein-Realschule und Bewohner/-innen des Essener Augustinums.

Zu einem ersten Kontakt kam es am 13.01.2004. Eine Schülergruppe und ihre Lehrerin war der Einladung des Augustinums zu einem Kurzfilm gefolgt: "Gregors größte Erfindung".

Darin setzt ein junger Mann seine ganze Phantasie und sein technisch-physikalisches Wissen ein, um seiner gehbehinderten Großmutter das Leben zu erleichtern. Nach der Filmvorführung zeigte es sich in einer Aussprache, dass sich die Jugendlichen von dem Film ebenso angesprochen fühlten wie die Senioren.

Dieser ersten Begegnung folgte bald eine Einladung der Schule. Sie stand unter dem Motto:

"Schule im Wandel der Zeit - Unterricht heute".

Am 30.03.2004 waren einige Bewohner/-innen des Augustinums eingeladen, an mehreren Unterrichtsstunden teilzunehmen. 

Fünf von uns zehn Besuchern entschieden sich für eine Stunde im Fach Englisch in einer 10. Klasse. Unter dem Thema "Sprachveränderungen" erarbeiteten die Schüler/-innen gruppenweise einen englischen Text. Es machte ihnen großen Spaß, Ausdrücke aus der englischen und der deutschen Jugendsprache mit unserer, der Sprache ihrer Großeltern zu vergleichen. 

Anschließend gab es für die 9. Klasse eine berufsvorbereitende Stunde. Einige Schüler spielten die Situation eines Vorstellungsgesprächs durch, und zwar nicht mit einem Lehrer, sondern mit ihnen unbekannten Vertretern der Wirtschaft. Zum Schluss wurde der Ablauf lebhaft und freimütig diskutiert. 


Die andere Besuchergruppe nahm an der "Freiarbeit" einer 7. Klasse teil. Nach einer kurzen Zeit der intensiven Einstimmung und Sammlung wählten die Schüler aus dem bereitstehenden vielfältigen Lehrmittelangebot selbständig Aufgaben aus und erarbeiteten sie zu zweit oder alleine. Wer unschlüssig war oder Hilfe brachte, wandte sich an den Lehrer. 

Diese Form der Pädagogik geht zurück auf die Ärztin und Lehrerin Maria Montessori. Sie legte besonderen Wert darauf, Kindern die Möglichkeit zu geben, ihre Fähigkeiten frei zu entfalten. Sie sollten ihre Aufgaben konzentriert, aber in ihrem eigenen Lerntempo zu lösen. Sie sollten lernen ‚partnerschaftlich' zu arbeiten. 
Diesem Grundsatz folgend wird seit zwei Jahren in einem Zweig der Albert-Einstein-Realschule in Essen gearbeitet. 

Als letztes wurde uns der "Internet-Raum" vorgeführt. Es zeigte sich, dass die Schüler in dem Fach "Informatik" gut bewandert waren. Drei von Ihnen konnten uns, die wir zum Teil mit Computern nicht vertraut sind, Auskunft und Hilfestellung geben. 

Nach einer Erholungspause und einem Austausch über Schulprobleme, pädagogische Möglichkeiten und die besondere Lage der Schule heute, war für uns Besucher ein interessanter Vormittag beendet, jedoch nicht vergessen. 

Die Begegnung mit der jungen und jüngeren Generation war für uns Senioren belebend und beruhigend zugleich.
Es war schön, Meinungen und Erfahrungen austauschen zu können. Es tat gut, in offene und freundliche Gesichter zu sehen und frohe junge Stimmen zu hören. Wir erleben, dass Jugend heute unbekümmert und stürmisch ist, ebenso wie wir vor sechzig oder siebzig Jahren, aber ungezwungener und spontaner. Es war beruhigend, dass Jugend heute nicht so rücksichtslos ist, wie ihr oft nachgesagt wird, sondern höflich und hilfsbereit. 
Darum können solche Begegnungen sicherlich einer Entfremdung entgegenwirken, Misstrauen und Vorurteile auf beiden Seiten abbauen, durch besseres einer Kennen und Verstehen. 

Nach den Kassandra-Rufen, mit denen die Medien in den letzten Monaten die schlechten Ergebnisse der "Pisa-Studie" verbreiteten, machten wir zehn Senioren eine andere Erfahrung:

In der Essener Albert-Einstein-Realschule unterrichten tüchtige, erfahrene, aber auch Neuem aufgeschlossene, hoch motivierte Lehrer und Lehrerinnen. Unter ihrer Leitung wächst hier eine junge Generation heran, welche die Probleme der Zukunft anpacken und meistern wird. 

Bilder vom Besuch

 Vorstellung der "Neuen"
durch den 2. Konrektor Herrn Müller (1.v.l.)

Integration der "Neuen"
 


"Herr Lehrer, können Sie das noch einmal wiederholen?"
Der 1. Konrektor Herr Wuthcke beantwortet Fragen zur neuen Technik

 

Jung hilft alt