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RL Der Cheeseburger hat's in sich

2500 Liter virtuelles Wasser

Carsten Schultz von der Deutschen Umweltaktion e.V. erklärt den Begriff "virtuelles Wasser".

Wasser ist lebensnotwendig und allgegenwärtig. Wir lieben und wir hassen Wasser, je nachdem ob im Pool oder als Ansammlung im Knie. Ohne H2O kein Leben, es steckt überall drin. Der Globus ist zu größten Teilen damit bedeckt. Und doch hat laut Carsten Schultz von der Deutschen Umweltaktion e.V. jeder 7. Mensch weltweit zu wenig Wasser zum Leben, Tendenz steigend. Der Ingenieur half jetzt, gefördert von der Sparkasse Essen, den 8er-Jahrgängen der AES in Sachen Wasserbewusstsein auf die Sprünge.
 
Der persönliche Wasserbedarf wird ermittelt.

Eindrucksvoll, wie viel Wasser jeder von uns täglich verbraucht beim Trinken, Waschen, Duschen, Kochen, beim Gang zur Toilette. Es sind 121 Liter pro Kopf und Tag. Dabei scheinen die Kosten gar nicht mal das Problem zu sein: 1,50 € kosten 1000 Liter. Was Carsten Schultz den Schülern vermittelt ist vielmehr das "virtuelle Wasser", dasjenige nämlich, das wir indirekt verbrauchen. Beispiel gefällig? Eine spanische Orange ergibt höchstens eine Tasse Saft, also weniger als ein Achtel Liter. Zur Produktion dieser Orange mussten in Spanien aber 500 Liter Wasser aufgewendet werden.
 

Ganz schön bunt, die "Wassersäule" im Schlauch.

Überraschung auf Schülergesichtern, als sie im Wasserquiz weitere Werte ermitteln. Ein Blatt Papier - 10 Liter, ein Pfefferminztee - 30 Liter, ein Apfelsaft oder ein Ei - 200 Liter, ein Hamburger - 2500 Liter für Trinkwasser und Futterproduktion der Rinder. Spitzenreiter ist mit 11000 Litern eine Jeans. Die Avocado aus südlichen Gefilden, die wir als gesunde Fettlieferantin oder Kosmetikbasis schätzen, verbraucht vor Ort enorme Flüssigkeitsmengen, die anderswo dann fehlen. Carsten Schultz fasst das Ergebnis so zusammen: "Wir nehmen den Leuten das Wasser weg."

Doch jetzt geht's ans Eingemachte. Jeder soll seinen persönlichen Wasserbedarf in der Woche ermitteln. Die Schüler beantworten Fragen zum individuellen Konsum und füllen pro 70l Wasser je eine verschiedenfarbige Holzperle in einen transparenten Plastikschlauch, wobei die Farben verschiedene Produktgruppen repräsentieren. Da wird es lebhaft, es macht Spaß, den Schlauch zu füllen und zu sehen, wie die Säule wie in einem Thermometer steigt.
 

Ein durchschnittlicher Verbrauch von 4000 bis 5000 Litern Wasser.

Das Ergebnis ist vor dem Hintergrund der noch frischen Informationen einigermaßen gruselig: Zwischen 4000 und 5000 Litern verbraucht jeder Schüler im Schnitt. Auffällig ist in einigen Fällen ein hoher Fleischkonsum, ein Ausreißer bringt es auf 7000 Liter. Carsten Schultz fasst zusammen: "Wir brauchten 4 Erden, um den Wasserbedarf zu stillen, wenn alle Menschen diesen Wasserbedarf hätten." Und an die Schüler gewandt: "Ihr esst heute sechs mal so viel Fleisch wie noch eure Großeltern." Na Mahlzeit.

Text und Fotos: Michael Rausch



Veröffentlicht am:
20.11.2017