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Albert-Einstein-Realschule      Offener Ganztag - individuell gestaltet

KE Schüler auf Schatzsuche

"Schatzsucher statt Fehlerfinder", fassen Catrin Rensing und Melanie Kühn, Lehre-rinnen an der Albert-Einstein-Realschule Kettwig, ihr Projekt in der 6f zusammen. "Wir wollen ganz bewusst auf die Stärken der Schüler schauen, um das Selbstbewusstsein zu festigen. Es liegt in der Natur der Schule, dass oft die Defizite im Vordergrund stehen", meint Rensing nachdenklich. "Vielleicht ist das sogar ein typisch deutscher Blick auf die Dinge", stimmt ihr Kühn zu, "und gemeinsam arbeiten wir daran, diese Perspektive zu verschieben."



In einem von den Lehrerinnen konzipierten Stärken-Heft werden von den Kindern persönliche Stärken visualisiert und festgehalten. Das Projekt wird versuchsweise in das Soziale Lernen eingegliedert und soll langfristig in das Schulprogramm integriert werden. Das Soziale Lernen ist seit Jahren fester Bestandteil im Stundenplan der Schule. Es basiert auf dem "Erwachsen werden" Programm von LionsQuest, das soziale und kommunikative Lebenskompetenzen vermittelt. Das Projekt der Lehrerinnen soll nun dieses Schulfach ergänzen.

Die Kinder schreiben auf, wer sie im Leben unterstützt, welche Fähigkeiten sie und andere an ihnen schätzen und wie viele Glücksmomente es alltäglich gibt. Diese Schatzsuche motiviert sie zur aktiven Veränderung, sie regt dazu an, Probleme mit neuem Mut zu bewältigen. Mithilfe des Buches entstehen Redeanlässe und die Jugendlichen freuen sich über die Wertschätzung der Mitschüler. "Es ist wie eine warme Dusche, wenn die Anderen so positive Dinge über dich sagen", erklärt die 11-jährige Hanna mit leuchtenden Augen.



Zum Abschluss des Projektes konnte der Vater von Hanna zur Unterstützung gewonnen werden. Herr Brombach ist Medienpädagoge und hilft der Klasse Selfie-Videos über ihre Stärken zu produzieren. Die Mädchen und Jungen nehmen in ihrer Freizeit Fotos auf, die ihre Stärken zeigen. In der Schule werden diese zusammengeschnitten und mit ihrer Wunschmusik unterlegt. Jeder Schüler hat dann einen Film über sich, der eindrucksvoll persönliche Highlights demonstriert. "Ein aktiv gestaltender Umgang ist dabei für die Schüler neu. Sie erleben sich in medialen Umgebungen als Autoren und ausnahmsweise nicht als Konsumenten", erklärt Guido Brombach. Ganz nebenbei werden den Kindern medienpädagogische Inhalte vermittelt, die auch zu einer verantwortungsvollen Nutzung digitaler Möglichkeiten führen soll. In einer öffentlichen Medieninstallation wird die Klasse die Videos stolz präsentieren.

"Wir sind froh, dass wir so viele engagierte Eltern haben", freut sich die Schulleiterin Ulrike Liebenau. "Das komplette Projekt passt wunderbar zu unserem Schulprofil." Die Albert-Einstein-Realschule legt viel Wert auf ein Gemeinschaftsgefühl und die Steigerung des Selbstwertgefühls durch die Übernahme von Verantwortung. Ältere Schüler werden Paten der Kleinen, sie betreuen die Hausaufgaben oder werden Schulsanitäter. Die Schulleiterin ist sich sicher: "Der Vorteil der Albert-Einstein-Realschule ist, dass den Schülern Zeit und Raum gegeben wird, Ressourcen zu entdecken. Ein gutes Selbstbewusstsein ist die Schatzkiste, die mit vielen positiven Eindrücken gefüllt werden sollte. Dieser Schatz ist die beste Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft."

Melanie Kühn



Veröffentlicht am:
02.02.2017