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RL Frau Stinkewurm nervt

AES-Vorlesewettbewerb 2016

Kaum zu glauben, aber Kinder lesen Bücher. Eine Nachricht, die für die Zukunft Gutes verheißt. Manche Kinder tun es sogar laut und vor Publikum. Dann handelt es sich um einen Fall von besonderer Schwere: Den AES-Vorlesewettbewerb.

Die Traditionsveranstaltung für die Jahrgangsstufe 6 fand in anheimelnder Atmosphäre bei gedämpftem Licht und festlicher Musik in der Aula statt. Vier "Fanblöcke" lauschten gespannt, die Daumen fest gedrückt, schließlich wollte jede der 6er-Klassen den Sieger stellen. Beste Stimmung also, während Organisatorin Ela Budak kurz die Regeln erläuterte: eine Minute Buchvorstellung und drei Minuten lesen, dann Vortrag eines unbekannten Textes.


Veronika Tipp, 6a.

Die Geschichten haben es in sich, die Vorleserin der 6a auch. Veronika liest nicht, sie spielt das Mädchen Polly, das samt ihrem Hund umgezogen ist und die Weisheiten einer Nachbarin über sich ergehen lassen muss. Je nach Stimmungslage belegt sie die Frau mit wechselnden Namen, zum Beispiel Frau "Stinkewurm". Veronika liest fehlerfrei mit sehr guter Aussprache, die 6a hat Chancen.


Nils Perrey, 6b.

Die guten, alten Fünf Freunde, es gibt sie noch. Nils aus der 6b gibt ihnen seine Stimme. Die Fünf machen eine aufregende Entdeckung und man weiß nicht, ob Nils deswegen etwas holpert oder ob es seine eigene Nervosität ist. Sein Redefluss gerät ins Stocken.


Dion Klein, 6c.

Danach ist Dion dran, der zweite Junge im Wettbewerb. Seine Klasse 6c spendet reichlich Vorschusslorbeeren. Dion liest aus Gregs Tagebuch. Er spricht schnell, betont gut und ist forsch bei der Sache. Greg ist ein Garant für Pointen und Dion lässt keine ungenutzt vorbeiziehen. Applaus.


Sophie Konietzko, 6d.

Auch Sophie, die für die 6d antritt, liest aus Gregs Tagebuch. Greg hat ein Problem mit dem Weihnachtsmann: Die Vorstellung, dass dieser Kerl ihn ständig bei jeder Gelegenheit sehen kann, macht ihn fertig. Sophie liest sehr flüssig, Zusammenhänge werden deutlich, sie ist absolut Herrin ihres Textes. Selbstbewusst streicht sie sich eine vorwitzige Strähne hinters Ohr.

Doch jetzt kommt der Moment der Wahrheit, in dem man als Vorleser ganz allein ist mit seinem Text und dem Mikrofon. Veronika liest sicher und flüssig, erkennt Zusammenhänge und betont sinnvoll. Applaus. Nils liest stockend, setzt häufiger neu an, man weiß es: Er wird nicht gewinnen. Dion überrascht. Hat er den vorbereiteten Text noch souverän gemeistert, liest er nun deutlich weniger flüssig. Der Text macht hörbar Mühe und stockt zunehmend. Sophie dagegen startet grandios, liest absolut flüssig mit großartiger Betonung und artikuliert, als hätte sie nie etwas anderes gemacht.


Die Sieger mit ihrer Jury: (v. links) Luca Bremkens, Siegerin des Vorjahres, Organisatorin Ela Budak, Siegerin 2016 Sophie Konietzko, Lehrer Dominik Adlers, Dion Klein, Schülersprecher Melvin Dübbert, Nils Perrey, Konrektor Wolfgang Neuhaus und Veronika Tipp.

Pause. Die Jury berät, während die Vorleser von ihren Klassen umringt sind. Die Jury verkündet die knappe Entscheidung: "And the winner is... Sophie!" Ela Budak dankt dem konzentriert lauschenden und stets fairen Publikum und hebt hervor, dass es schon etwas Besonderes sei und Mut erfordere, vor so vielen Mitschülern auf die Bühne zu gehen. Fest steht: Alle vier Vorleser haben eine gute Leistung erbracht. Aber es kann nur eine geben und so nimmt Gewinnerin Sophie Konietzko unter tosendem Beifall ihrer 6d den Wanderpokal entgegen.

Text und Fotos: Michael Rausch



Veröffentlicht am:
08.12.2016