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KE Wer bin ich - und wenn ja, wie viele?



Warum wird ein Mikrofon unter dem Fuß zertreten? Wie viele unterschiedliche Personen entdeckt man in einer Bilderreihe? Zwei? Vier? Männlich? Weiblich?



Viele Fragen drängen sich beim Besuch der Ausstellung "Dancing with myself" im Essener Folkwang Museum auf. Am 11.11. diskutierte die 6f eifrig bei ihrem Gang durch die Ausstellung über die eindringlichen visuellen und auditiven Eindrücke. Schnell wurde deutlich, dass die Werke ganz im Zeichen der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Selbst standen. Die Kinder nutzten die Chance, an Unterrichtsinhalte anzuknüpfen. Im Sozialen Lernen beschäftigen sich die Jugendlichen seit einigen Wochen im Unterricht mit der eigenen Geschichte, den Stärken und den Zielen im Leben. Die Museumspädagogin Katharina Monka war beeindruckt, wie intensiv sich die Klasse mit der spielerischen, poetischen, politischen und wilden Gegenwartskunst auseinandersetzte.


Bei der Diskussion blieb es aber nicht. Die Schüler bekamen Klemmbretter in die Hand gedrückt und zeichneten nach einer Beschreibung Frauenköpfe. Diese gemalten Köpfe entdeckten die Mädchen und Jungen dann in Fotografien der Künstlerin Roni Horn wieder. In Gegenüberstellungen von Selbstporträts zeigt diese, wie sich der Mensch in Jahrzehnten verändert und wie klischeebehaftet unser Blick auf Personen ist.

Das mediale Cross-Over der Ausstellung, das aus Videoinstalla-tionen, Fotografien, skulpturalen Fragmenten und Filmen besteht, weckte den Tatendrang der Klasse. Diesen konnte sie anschließend in einem Workshop ausleben. Die Schülerinnen und Schüler drehten eigene Filmsequenzen, die in einer Wieder-holung, auch Loop genannt, aneinandergeschnitten wurden. "Im Loop bekommen die Bewegungen einen eigenen Rhythmus und der Ton wird in der Wiederholung zum Beat", erklärte die Pädagogin Monka den Kindern, während sie sich die eigenen Videos anschauten. In dem Gespräch war die Klasse daher verblüfft darüber, dass man tatsächlich in wenigen Sekunden eine Geschichte erzählen kann. Wie den zuvor gesehenen Videokünstlern gelang es ihnen, durch kurze Bewegungsabläufe Gesten zu Metaphern werden zu lassen. "Wer bin ich" bleibt eine schwierige Frage, aber die 6f ist der Antwort ein kleines Stückchen näher gerückt.

Melanie Kühn



Veröffentlicht am:
15.11.2016