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Feuchtes Forschen im Klassenraum

AES-Schüler unterrichten als MINT-Botschafter


Justus ist skeptisch, Atila hat die Hände im Wasser und Max hat's erklärt.

Erstaunlich, wie leicht einer, der gerade noch selbst Schüler war, in die Rolle des Lehrenden schlüpfen kann. Max und weiteren acht Mitschülern des AES-Zehner-jahrgangs gelingt es scheinbar mühelos. Sie leiten in einem gemeinsamen MINT-Projekt Grundschüler der Rellinghauser Stiftsschule an, die Physik des Schwimmens und Sinkens zu erkunden.


David und Daniel lassen die Würfel wiegen, dann erst dürfen sie tauchen.


Das soll schwimmen, wo es doch so schwer ist? Paula misst den Anstieg des Pegels.

Für die Schüler der 3b wird dies nun eine ziemlich feuchte Forscherei. Sie untersuchen an neun Stationen die Schwimmfähigkeit verschiedener Stoffe. Und was manchmal aussieht wie Angeln oder Planschen, ist ernsthaftes Experimentieren, das korrekt dokumentiert wird. Jeder der Grundschüler führt nämlich ein Forscherheft, in das alle Messwerte und Testergebnisse sorgfältig eingetragen werden. Zur Verfügung gestellt hat die Materialien das städtische Alfried-Krupp-Schulmedienzentrum.


Konzentriertes Arbeiten an neun Stationen.

Justus und Atila, drücken zwei verschieden große Becher ins Wasser. Dabei stellen sie fest, dass diese unterschiedlich stark Widerstand leisten. Aha, hängt wohl mit der Größe zusammen. Gleich eintragen. Nächste Station. Mal soll ein Draht schwimmen, mal ein Holzknopf untergehen, mal sinkt angeblich das Holzbrettchen, dann schwimmt wieder die Metallplatte. Kann das sein? Wir werden sehen. Bei Frederike heißt es erst wiegen, dann ausprobieren. Schwimmt der Würfel oder sinkt er? Dann geht's ans Wiegen und am Ende steht der Versuch, der den Beweis erbringt.


Schwimmen oder Sinken? Frederike stellt hier die Fragen.

Und wie das Leben so spielt, nicht alle Experimente gelingen. Der gefürchtete Vorführeffekt verhindert, dass der dünne Draht auf der Wasseroberfläche schwimmt, wie er es noch bei der Vorbereitung brav getan hat. Aber Karolin ist "Profi" genug, diese Klippe elegant zu umschiffen und beginnt gleich mit dem nächsten Experiment. Die Kleinen nehmen es nicht übel. Es kann eben auch mal was daneben gehen, so wie der halbe Liter Wasser, der durch ein Leck entwich und nun aufgewischt werden muss.


Sieht aus wie Angeln, ist aber pures Forschen.

Aber auch für die älteren Schüler ergeben sich Lerneffekte aus dem Projekt. Sie müssen die Materie nicht nur selbst begriffen haben, sie müssen sie auch ihrer Zielgruppe, die halb so alt ist wie sie selbst, sprachgerecht vermitteln. Daniel, 10b: "Wir haben schon in der Vorbereitung darauf geachtet, dass wir schwierige Fachausdrücke vermeiden und eine einfache Sprache wählen, um auf jeden Fall verstanden zu werden."


Die Abschlussrunde. Die Grundschüler fanden es toll.

Und das hat wohl funktioniert. "Ich habe immer geglaubt, dass Plastik schwimmt, ich habe heute gelernt, dass das nicht immer so ist", freut sich Sude in der Abschlussbesprechung. Ihre Mitschüler sind alle sehr angetan von der Forschungseinheit in ruhiger und konzentrierter Atmosphäre. Die 3b bedankt sich bei ihren jungen Lehrern mit einem kräftigen Applaus und wünscht sich eine Wiederholung.

Text und Fotos: Michael Rausch




Veröffentlicht am:
09.06.2016