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Gutes Benehmen lässt sich lernen

Lektion in der Résidence


Besteck eindecken, zwei links, zwei rechts.

Benehmen ist Glücksache, sagt der Volksmund. Die AES ist völlig anderer Meinung. Benehmen kann und sollte man lernen. Wer das möchte, meldet sich zur Benimm-AG unter Leitung von Anne Andersen und lässt sich anleiten. Eine besondere Lektion fand jetzt in einem von Essens besten Häusern statt, dem Kettwiger Hotel-Restaurant "Résidence", das sich seit vielen Jahren etliche Auszeichnungen erworben hat, unter anderem zwei Michelinsterne. Der Unterricht der besonderen Art hatte den Titel: "Der festlich gedeckte Tisch".


Weißwein- und Rotweingläser schön auseinanderhalten.


Das, verehrte Gäste, ist der Kaviarlöffel. Serviceleiter Sebastian Furgol kennt sein Metier.

Mit großem Respekt treten die Schülerinnen und ihr Mitschüler ein, herzlich begrüßt von der Chefin Uta Bühler, die drei Tische vorbereitet hat. Einen mit verschiedenen Weingläsern, einen mit Schneckenzange, Austernmesser, Hummerschere und anderen rätselhaften Dingen, die später von Serviceleiter Sebastian Furgol präsentiert werden. Doch zunächst sind die Sinne gefragt. In verschiedensten Gläsern gilt es, Gewürze und Genussmittel zu erschnuppern: Kaffee, Sternanis, Zimt, Muskat. Gar nicht so einfach, da kann man schon unsicher werden. Merke: Sicheres Auftreten in der Gastronomie erfordert Grundkenntnisse.


Der Profi kann gelassen bleiben, Großmutters Tisch wird perfekt.

Im elegant eingerichteten Speiseraum reicht das Personal nach einem Getränk eine köstliche Kartoffelsuppe mit Rindermarkklößchen und giftgrünem Petersilienschaum, dazu Brotteller, Servietten und silberne Löffel. Der Service ist fehlerlos. Nun der Ernstfall für die Gäste. Wann darf ich mit dem Essen beginnen? Wie vermeide ich das Kleckern? Geht wirklich der Löffel zum Mund und nicht umgekehrt? Bei dieser ganzen Prozedur soll auch noch die Arm- und Körperhaltung stimmen. Und dazu auch noch die Konversation in angemessener Lautstärke! Nicht schlecht für den Anfang.


Servietten falten, selbst unter kundiger Anleitung - eine Herausforderung.

Derweil wartet schon nebenan die nächste Aufgabe. Ein festlicher Tisch, soll zu Großmutters siebzigstem Geburtstag für acht Personen gedeckt werden. Der Kellner bügelt die Knicke aus dem weißen Tischtuch, Luisa platziert zwei weiße Orchideen und bläuliche Schmucksteinchen in der Mitte des Tisches. Karolin faltet nach Anleitung weiße Stoffservietten so, dass sie aufrecht stehen. Andere decken das Besteck für den Hauptgang ein: Acht Messer und Gabeln, achtmal Besteck für Vorspeise, Suppe und Dessert an die richtige Stelle. Wieder andere kümmern sich um Weißwein-, Rotwein und Wassergläser, die man erst einmal auseinander halten muss. Halt, die Tisch- und Menükarten nicht vergessen. Jetzt ist der Tisch fertig, Großmutter kann stolz sein.


Eine letzte Korrektur, dann ist alles, wie es sein soll.

Ein anspruchsvolles Programm, das die jungen Leute da absolviert haben, dazu die Erkenntnis, dass auch solche Aufgaben zu meistern sind, wenn man weiß, wie. Dank an Residence-Chefin Bühler und ihr Team, ihre Zeit für den Nachwuchs zur Verfügung zu stellen. Eine gelungene Premiere für eine Partnerschaft im Stadtteil Kettwig. Zum Abschied hilft das Servicepersonal seinen jungen Gästen in die Garderobe und überreicht hübsch verpacktes Gebäck im Miniformat. Das haben Karolin und ihre AG auch noch nicht erlebt.
Michael Rausch



Veröffentlicht am:
24.02.2016