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Wenn gelangweilte Pinguine Gott suchen

AES-Vorlesewettbewerb 2015

Kinder lesen Bücher. Eine Nachricht, die Kulturpessimisten in die Schranken weist. Manche Kinder tun es sogar laut und vor Publikum. Dann handelt es sich um einen Fall von besonderer Schwere: Den AES-Vorlesewettbewerb.

Die Traditionsveranstaltung für die Jahrgangsstufe 6 fand in anheimelnder Atmosphäre bei gedämpftem Licht und weihnachtlicher Musik in der Aula statt. Drei "Fanblöcke" lauschten gespannt, die Daumen fest gedrückt, schließlich wollte jede der 6er-Klassen den Sieger stellen. Beste Stimmung also, während Organisatorin Isabel Bollen kurz die Regeln erläuterte: eine Minute Buchvorstellung und drei Minuten lesen, dann Vortrag eines ungeübten Textes.


Eva Bagus, 6a

Die Geschichten haben es in sich, die Vorleser der 6a auch. Eva liest, sie spielt mit wechselnden Stimmen einen Dialog zwischen den germanischen Gottheiten Loki und Thor. Anna hat ihren Glücksbringer dabei und fliegt locker und leicht über ihren Text eines Lotterlebens. Alles wirkt sehr sicher, die 6a hat Chancen.


Anna Garweg, 6a


Luca Bremkens, 6b

Luca und Marie treten für die 6b an, Tagebücher scheinen gerade schwer angesagt zu sein. Lucas Heldin schreibt über einen Jungen, der zwar nett, aber nicht gerade ein Augenschmaus ist. Die Leserin bringt Witz und Ironie flockig übers Mikrofon. Dann legt Mia los, auch sie aus einem Tagebuch. Sie lebt ihren Text und beherrscht einen 1A-französischen Akzent sowie einen Zickenton, den man im richtigen Leben nicht haben müsste.


Marie Jansen, 6b


Lara Bosak, 6c

Lara hat mit ihrem Kater, der die Welt rettet, einen leichten Klemmer zu Anfang, bevor es dann flüssig zu Ende geht. Anna Lenas Pinguine langweilen sich glaubhaft: "Nur Schnee und Eis und Eis und Schnee." Dann philosophieren sie und fragen sich: "Wer ist eigentlich Gott?" Gute Frage, aber in der Kürze der Zeit nicht zu beantworten, denn schon ruft der unbekannte Text, der Eva hörbar Mühe macht. Anna liest da schon flüssiger mit streckenweise gelungener Betonung.


Anna-Lena van de Löcht, 6c

Luca liest lebendig, fast fehlerfrei, sie hat ihre Nervosität gut im Griff und unterstützt ihren Vortrag mit Gesten. Marie dagegen stockt etwas, sie wird immer leiser und scheint ihr Publikum vergessen zu haben. Lara arbeitet konzentriert, aber es ist schwer, dem Text zu folgen. Immerhin meistert sie das schwere Wort "Klaustrophobie". Anna-Lena liest stockend, wird erst allmählich flüssiger. Dann ist es vollbracht.


So sehen Gewinnerinnen aus: Die großartigen Teilnehmerinnen des AES-Lesewett-bewerbs.

"Die Entscheidung war für die Jury schwer, aber letzen Endes einhellig", verkündet Schulleiterin Ulrike Liebenau. Sie hebt hervor, dass es schon etwas Besonderes sei und Mut erfordere, vor so vielen Mitschülern auf die Bühne zu gehen. Fest steht: Alle sechs Vorleser haben eine tolle Leistung erbracht. Aber es kann nur eine geben und so nimmt Gewinnerin Luca Bremkens unter tosendem Beifall ihrer 6b den Wanderpokal entgegen.
Text und Fotos: Michael Rausch




Veröffentlicht am:
15.12.2015