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Plötzlich wird's total stressig

Girls' And Boys' Day

"Das ist hier sehr unterschiedlich. Manchmal geht's sehr entspannt zu und dann plötzlich wird's total stressig. Dann passiert alles auf einmal." So klingen Lenas Erfahrungen mit dem Hellweg Baumarkt. Im Moment scheint es sich aber gerade nicht um eine Stressphase zu handeln. Sie hat Zeit, die Farbmischmaschine zu erklären. "Also, der Kunde sucht sich auf einer Karte den passenden Farbton, darauf stehen die Farben und ihre Anteile. Die Werte werden in die Maschine eingegeben, die die Farben in den Eimer mit weißer Grundfarbe spritzt. Der Eimer wird auf einer zweiten Maschine durchgerüttelt und der Kunde kann die fertige Farbe mitnehmen." Außerdem hat sie schon Regale aufgefüllt und Teppich geschnitten: Abrollen, abmessen, Schiene anlegen, schneiden. Was ihr auffällt: "Die sind alle total nett und freundlich hier. Auch die Kunden." Aber  nun hat sie keine Zeit mehr, sie muss sich kümmern, es sind Kunden im Anmarsch.


Lena erklärt die Farbmischmaschine.

Michael malt. Genau genommen lässt er malen. Zusammen mit fünf Kindern sitzt er am Tisch auf einem Stühlchen, dem er längst entwachsen ist und bekommt die Bilder erklärt. Da gibt es Raumschiffe mit einer gelben Straße ("Weißt du, warum die gelb ist? Das ist nämlich die Straße zur Autofähre."), einen Fußballplatz und irgendwas mit Schalke. Und das, wo er doch BVB-Fan ist. Die Kinder haben ihn sofort aufgenommen, mehr noch: Es sieht aus, als hätten sie ihn ins Herz geschlossen, so vertrauensvoll und freundlich, wie sie mit ihm umgehen. Dabei ist er gerade mal ein paar Minuten da. Er hat wohl ein Händchen für diese Tätigkeit, und das spüren Kinder wie Erzieherinnen, die das Ganze mit wohlwollenden Blicken begleiten. Sie hätten überhaupt nichts gegen eine männliche Ergänzung einzuwenden und das nicht nur am "Girls' And Boys' Day".


Michael im Waschraum. Auch er hatte einmal die passende Größe.

Michael plaudert. Die städtische Kindertagesstätte am Erikapfad ist seine eigene Vergangenheit. Dort hat er selbst die Vorschulzeit verbracht. Er zeigt die Räumlichkeiten, Garderobe, Gruppen- und Ruheräume und die Toiletten und Waschräume. Die Waschbecken reichen ihm gerade bis zum Knie. Aber jetzt wird gemalt, während noch weitere Kinder eintreffen. Danach gibt es Spielen im Freien und das gemeinsame Frühstück. Irgendwann gegen Mittag gibt es Zeit für ein Nickerchen. Danach wird man sehen. Er fühlt sich heimisch hier, so sagt er, und er möchte auf jeden Fall einen sozialen Beruf ergreifen. Es scheint, als läge er damit goldrichtig.

Ganz ländlich gelegen, inmitten von Pferdekoppeln und Erdbeer-Selbstpflücker-Feldern schmiegt sich das LANUV in die Landschaft. Hier hat sich Hilal eingefunden, um den Beruf des Industriemechanikers zu beschnuppern. Halt, noch mal zurück! Wer oder was ist bitteschön das LANUV? Hinter diesem wunderbaren Kürzel verbirgt sich das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen. Hier gibt es eine Werkstatt, die den Bedarf für die messenden und prüfenden Abteilungen selbst herstellt. Hilal ist einigermaßen sprachlos. Was ihr der Werkstattleiter Dirk Schmidt zusammen mit seinen drei Kollegen präsentiert und erklärt, ist beeindruckend: Selbstgebaute Kolbenmotoren, Stirlingmotoren, Messköpfe für Lufteinsätze und die dazu gehörenden Werkzeuge und Techniken. Dass es dabei um Genauigkeit von Zehntelmillimetern geht, erfährt Hilal ebenso wie die Grundsätze der Oberflächenbearbeitung. Die konnte sie selbst praktisch erfahren. Sie hat sich einen würfelförmigen Schlüsselanhänger gefeilt, die Zahlen gekörnt und gebohrt, ein Gewinde geschnitten und am Ende mit Computerhilfe eine persönliche Gravierung gefertigt. Alle Achtung!


Hilal und ihr selbst gefertigter Alu-Würfel.

Im Kfz-Gewerbe macht man sich die Hände schmutzig, das ist so. Kein Problem für Emelia. Sie möchte beruflich eine technische Richtung einschlagen und probiert sich an einem nagelneuen Peugeot 308 Diesel aus. Hängerkupplung montieren, Kabelbaum verlegen, Innenleben und Motor kontrollieren, das sind die Aufgaben, für die sie sich heute den Monteuranzug übergezogen hat. Von der Seite kommt der Zuruf "Guck mal eben, ob die Brems- und Rücklichter gehen." Wird erledigt. Die Werkstätten werben um Mädchen in der Ausbildung. "Die Zeiten, in denen alle Jungen Autos schrauben wollten, sind vorbei." Dann müssen eben die Mädchen ran. Kein Problem für Emelia.


Emelia und der Diesel. Hier sind keine Schrauben locker.

Auf zwei Bildschirmen ist die Gelsenkirchener Zoom-Erlebniswelt zu sehen, als Karte und als Luftbild. So kann Anastasia die gestaltete Geländeformation sehen und mit der vermessenen und kartografierten Ansicht vergleichen. Vermessungsingenieur Mirco Balk vom Ingenieurbüro Wirtz erklärt ihr eins der früheren Projekte, dem Robbengehege. "Es ist tatsächlich ein Männerberuf", bestätigt Anastasia. "Es ist ein sehr interessanter Beruf und sehr wichtig", fügt sie noch an. Sie kann das aktuelle Neubaugebiet in Kettwig sehen, wie die Messwerte in die Karten übertragen wurden und Haus für Haus abgebildet ist. Doch ihr ist schon klar, das wird nicht ihre Zukunft sein. Macht nichts, auch das ist eine wertvolle Erfahrung. Mirco Balk würde allerdings etwas mehr Weiblichkeit in seinem Metier begrüßen: "Dem steht überhaupt nichts entgegen. Dass Frauen in Naturwissenschaften genau so leistungsfähig sind wie Männer, ist bekannt."


Präzise Optik: Anastasia mit Messgerät



Das trifft sich ja gut: Ausgerechnet am Welttag des Buches ist Bünyamin in der Werdener Buchhandlung Schmitz zur Stelle. Dort beschnuppert er, wie schon viele unserer Schüler vor ihm, die Welt der Bücher, Hörbücher und des Handels überhaupt. Kunden betreuen und beraten - dazu braucht man allerdings das umfangreiche Fachwissen des gelernten Buchhändlers.



Fast unüberschaubar sind die Bike-Typen mit denen Tabea es im Radsport-Fachgeschäft MTB in Burgaltendorf zu tun hat. Aber das ist ihre Welt. Sie will nämlich später unbedingt "was mit Sport" machen.



Jungs und Puppen? Wenn es sein muss, warum nicht? Schließlich wird hier nicht gespielt, wie man sieht. Obendrein macht es sichtlich Spaß. Fynn trainiert im Heisinger Salon Anja durchaus filigranes Handwerk am Puppenkopf. Und das muss sitzen, am lebenden Objekt werden Fehler nicht verziehen!



Großer Bahnhof im Altenheim Paulushof. Linnart und eine Künstlerin bereiten gemeinsam eine Ausstellung vor. Dazu gehört natürlich auch das leibliche Wohl der Bewohner.



Auch Regale auffüllen gehört zum Geschäft. Eileen kümmert sich um Fahrradschläuche und Schutzbleche beim Essener Fahrradies. Später geht's dann in die Werkstatt, Aufbau und Konstruktion kennenlernen. Sie ist selbst begeisterte Radfahrerin und scheint ihr Metier gefunden zu haben.



Toll, wenn man im eigenen Familienbetrieb schnuppern kann. Tim hat die Bäckerei Woop mal von der anderen Seite der Theke kennen gelernt, denn vorher war er noch nie im Verkauf. Aber vorher gab's noch Arbeit in der Backstube. Dort hat er unter anderem die Frühstückszöpfe geflochten, und dann ab in den Backofen damit.



In der Tagesbetreuung des Kupferdreher St. Josefshauses hat Julian mitgearbeitet. Er könnte sich vorstellen, auch außerhalb des Girls' And Boys' Day als ehrenamtlicher Schülerhelfer wiederzukommen.
Michael Rausch



Veröffentlicht am:
01.05.2015