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Albert-Einstein-Realschule      Offener Ganztag - individuell gestaltet

"Arbeiten, essen, schlafen"

Neuner-Jahrgang im Praktikum

Täuscht der Eindruck, oder sind sie tatsächlich etwas ruhiger geworden? Die 9er Schüler sind zurück aus ihren Praktika der Berufsorientierung und können was erzählen. Für viele eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag, für einige ein tiefgreifendes Aha-Erlebnis. Die Entscheidung, was mache ich nach der Realschule?, muss in überschaubarer Zeit getroffen werden. Da war es gut, die Nase in die Berufswelt stecken zu können, wenn auch nur für kurze Zeit, und einen Eindruck zu bekommen. Dabei ging es nicht vordergründig um den Traumjob, sondern um Fragen wie: Wie funktioniert Berufstätigkeit, wie fühlt sie sich an, was wird von mir erwartet und was davon kann ich schon leisten?

Fragen, die auch Chiara nun gut beantworten kann: "Am ersten Abend hab' ich gedacht, das halt' ich nicht durch." Sie hat durchgehalten, obwohl sie sich eins der härtesten Praktika überhaupt ausgesucht hatte: Eine dreiwöchige Ausbildung bei den Hildener Feldjägern, der deutschen Militärpolizei. "Wer die 36 Klimmzüge nicht geschafft hat, musste hundert extra machen. Ich bin abends zu Hause sofort ins Bett gefallen." Die Strapazen sind ihr noch anzusehen. Der Umgangston muss rau gewesen sein für die etwa zehn Frauen und 200 Männer im Blaumann, und auch sonst waren die Bedingungen alles andere als der berühmte "Ponyhof": "Wir hatten nach dem Sport genau zehn Minuten für Duschen und Essen." Chiaras Wunsch: Polizistin werden. Ihr Eindruck: Hart aber machbar.

Nicht nur mit Menschen, sondern vorrangig mit Tieren hatte Christina zu tun. Ihre Arbeit in der Zoohandlung: Tiere saubermachen, Futter abpacken, Aquarien reinigen, füttern, Insekten wie Stabheuschrecken und wandelnde Blätter mit Wasser besprühen. Sie möchte gerne Tierpflegerin im Zoo werden, aber dort gab es für sie keinen Praktikumsplatz. Sie liebt Tiere, nur die Vogelspinnen waren ihr nicht ganz geheuer. "Die waren so haarig." Dafür kam sie mit ihren Kollegen umso besser klar. Sie berichtet von einem sehr netten Arbeitsklima.


Sie mögen sich: Christina und die Papageien in der zoologischen Handlung. (Foto: Walther)

Auch für Xenia war das Arbeitsklima ein absoluter Pluspunkt, schnell konnte sie sich in das Team ihrer Kleintierpraxis integrieren. Und auch die Tierhalter hat sie als "sehr nette Menschen" erlebt. Xenia sieht sich in ihrer Entscheidung für den Praktikumsplatz bestätigt. Aber: "Die drei Wochen waren arbeiten, essen, schlafen."

Das kann Paula bestätigen, auch sie hat sich im Kreise der Kollegen sehr wohl gefühlt. "Aber es war schon sehr anstrengend." Ihre Wahl war auf die Bischöfliche Pressestelle gefallen, wo sie journalistisches Handwerkszeug lernen konnte. Meldungen für Zeitungen und Beiträge für den Praktikantenblog hat sie verfasst. Noch spannender aber war das Erstellen zweier Radiosendungen. Sie führte die Interviews und schnitt die Formate im Oberhausener Studio selbst zusammen. Trotz des entspannten Klimas und der interessanten Arbeit ist sie jedoch froh, zunächst noch etwas die Schulbank drücken zu dürfen.

So sieht es auch Aaron Bartscht, der in einem Kindergarten sein Praktikum leistete. "Die Kinder waren sehr nett, aber auch sehr laut. Jedes wollte lauter sein als das andere. Es war sehr anstrengend." Die Kinder versorgen, mit ihnen spielen, lernen, kleinere Streitigkeiten schlichten, das ist Aarons Traumjob. Verantwortung und Anstrengung können ihn da nicht abschrecken.


Thomas bei der Wiederbelebung eines Handys im Computershop. (Foto: Walther)

Die Aussagen sind sehr ähnlich, ganz gleich ob von Paul, der sich in der Autowerkstatt an französischen Modellen die Finger ölig machte, David, der in einer Werbeagentur ein Handyspiel programmierte, Thomas, der im Computershop defekten Geräten Leben einzuhauchen versuchte oder Thierry, der Fotos schoss und nachbearbeitete - allen hat das Praktikum einen guten Einblick in den Berufsalltag ermöglicht. Es war anstrengend, darin sind sie sich einig, aber gleichzeitig haben alle eine größere Freiheit bei der Zeiteinteilung empfunden. Und das Wochenende! Das war wirklich frei, frei von Lernen, Vorbereiten und Nacharbeiten. Wie sagt man? Einfach nur chillig!

Michael Rausch



Veröffentlicht am:
01.03.2015