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1914 - Mitten in Europa



Im Rahmen des Geschichtsunterrichts besuchte die Klasse 8c Anfang Mai die Ausstellung  - 1914 Mitten in Europa - auf der Kokerei Zollverein. Die beiden folgenden Berichte von Frederike Kummer und Laura Andrich geben euch einen sehr guten, aber ganz unterschiedlichen Einblick in die Ausstellung über die Zeit, in der der 1. Weltkrieg stattfand. Fall euer Interesse geweckt wurde, erhaltet ihr auf der Seite www.zollverein.de weitere Informationen. Die Fotos sind von Sophia Lohmann.

Marcus Biesemann (Klassenlehrer 8c)








Bericht Frederike Kummer, 8c
Die Ausstellung Im Ruhrlandmuseum, verleiht einem einen guten Einblick über die grausame Zeit rund um den ersten Weltkrieg im Ruhrgebiet, Fragen wie es damals aussah, unter welchen Bedingungen Männer an der Front kämpfen mussten, welche Folgen dies für Städte im Ruhrgebiet hatte und wie Deutschland sich nach dem Weltkrieg verändert hat, werden hier geklärt.





Vor Beginn des ersten Weltkrieges war das Weltbild der Deutschen noch sehr monarchistisch (Ende des 19. - Anfang des 20. Jahrhunderts). Die Züchtigung spielte eine große Rolle im Hause der Deutschen. Kinder wurden mit Stock und Kochlöffel erzogen. Korsagen waren ein Schönheitsideal der Reichen und Schönen. Sorgen um einen schrecklichen Krieg gab es nicht.  Vor dem Krieg startete die Industrialisierung. Arbeiter aus Polen, Neuseeland und anderen Ländern kamen nach Deutschland, eine multikulturelle Gesellschaft entstand. Durch  Fortschritte in der Technik entstanden neue Geräte wie Kabeltelefone, die  z.B  mit den USA - England und Frankreich In Verbindung standen. So konnten Handelsabkommen zum Rohstoffhandel oder politische Unterhaltungen abgeschlossen und beantwortet werden. Durch die neuen Erfindungen wurden auch neue Waffen erschaffen, die wirkungsvoller als die bisherigen waren.





Als der Krieg ausbrach um 1914, war das Denken aller Länder sehr national. Keiner der europäischen Großmächte dachte an einen Sieg der Gegner. Und so zogen die freiwillig gemeldeten Soldaten, darunter Lehrer  und Väter euphorisch in den Krieg. Die neu erfundenen Waffen wurden schnell eingesetzt und Waffen wie die berüchtigte 08/15 Schusswaffe mit 400 Kugeln pro Minute, sowie Giftgas, Bomben und Flammenwerfern halfen bei der Massenvernichtung. Das mittelalterliche Verhalten der Deutschen mit der Vorstellung: Mann gegen Mann stellte sich bald als Fehler dar und so wurden Lederhelme gegen Stahlhelme  eingetauscht. Die Firmen profitierten vom Krieg, doch das Elend der einfachen Bürger nahm von Jahr zu Jahr zu. Das Land war verschuldet und jedes Geld wurde für die Finanzierung des Krieges genutzt. So herrschte  Hunger und  Armut In den Häusern der Menschen. An der Front herrschte Willkür, die Männer lagen im Dreck, in Schützengräben. Neben ihnen starben Freunde, die liegengelassen werden mussten Sie selbst verloren Arme, Beine oder Augen. Doch kein Tag verging ohne Angriff und Verteidigung. Wenn Soldaten verrückt wurden oder fliehen wollten, wurden sie von den eigenen Kammeraden erschlagen. Bald ging es nicht mehr um den Krieg, sondern ums Überleben. Am 15.Dezember 1917 wurde ein Waffenstillstand zwischen Sowjetrussland und den Mittelmächten vereinbart und so führte  der Erste Weltkrieg für manche zu einem vorläufigen Ende.





Der Krieg auf dem Papier dauerte vier Jahre, und forderte mehr als 16 Millionen Menschenleben. Amerika beendete den Krieg und dies nicht zu Gunsten der Deutschen. So wurde Amerika zur neuen Weltmacht. Doch die Folgen des Krieges waren noch nicht überwunden. Wer den Krieg als Soldat  überlebte,  war entweder verrückt oder hatte es schwer Arbeit zu finden, denn meist benötigte man Prothesen, so veränderte sich auch die Medizin. Soldaten mussten betteln, weil sie keine Arbeit fanden. Sie  mussten  als Drehorgelspieler, Landarbeiter oder - wenn sie noch hübsch genug waren - als Gigolo arbeiten. Durch den Krieg wurden die Ideale eines Kaiserreiches zerstört und Wilhelm der Zweite dankte ab, und floh. Nach ihm folgte kein weiterer Kaiser in Deutschland und man begab sich auf die ersten Wege und Versuche zur Demokratie. Der totale krieg forderte nicht nur Tote und Verletzte, sondern zerstörte auch Familien, Bildung und Träume.



Bericht Paula Andrich, 8c
Am 7. Mai sind wir mit der Bahn zur Kokerei Zollverein gefahren. Dort sind wir in den 4. Stock der Mischanlage gelaufen und haben uns einen Überblick über das Ruhrgebiet verschafft. Denn die Ausstellung geht über das Ruhrgebiet und das Rheinland. Wir kamen in einen relativ kleinen Raum, wo die Vorstellung der Menschen von Freiheit und Bauten im 1900 bildlich dargestellt ist.





Eine Etage tiefer wurde das Leben vor dem Krieg gezeigt. Alles war neu! Menschen kamen aus ganz Deutschland mit der Bahn. Die Bahnhöfe waren eindrucksvoll. Neu war außerdem die Textil- und Chemieindustrie. Die Arbeiter brauchten Wohnungen und die Fabrikeigentümer stellten ihnen sogenannte Werkswohnungen zur Verfügung, die jedoch sehr unhygienisch waren. Die Margaretenhöhe war zur Verbesserung der Wohnsituation der Arbeiter gebaut worden, wo 1910 die erste Straßenbahn Essens hinführte. Doch es gab auch noch andere Fortbewegungsmittel wie Fahrräder, Kutschen, Zeppeline und Flugzeuge für die Wohlhabenden. Zudem wurden Brücken und Häfen neu gebaut oder vergrößert, um im Falle eines Krieges europäischer Spitzenreiter zu werden. Doch vor dem Krieg hatten die Menschen Wohlstand und lebten mit großen Fortschritten, dazu gehörten: Süßigkeiten Automaten, Kaufhäuser und Waschmaschinen. Die Menschen hatten auch Freizeit und konnten Urlaub machen. Die Frauen waren noch immer für den Haushalt zuständig, hatten aber auch schicke Kleider und trugen Korsetts um eine optimale Taille von 46 cm zu haben. Die Männer trugen ausgefallene Bärte. Die Leute mit solchen Merkmalen gehörten zur oberen Schicht und zogen Kleider aus Spitze und Seide an, die sie mehrmals am Tag wechselten und handgefertigt waren. Jeder, der sich es leisten konnte, hatte für seine Kinder einen Matrosenanzug zu Hause. In der Reformzeit sahen die Kleider einfacher aus und Frauen trugen keine Korsetts mehr. Die Arbeiter kauften secondhand Kleidung und hatten auch nur ein Kleid fürs Leben. In den reichen Familien hatten die Jungen kleine Brustpanzer und Helme als Spielzeug, die Mädchen  Anziehpuppen und kleine Nähmaschinen zum spielen.



In der 2. Etage sah man wie die Soldaten stolz im August 1914 in den Krieg zogen. Sie hatten die Einstellung nicht zu verlieren und bis Weihnachten wieder zurück zu sein. Die Waffen stellte das essener Unternehmen Krupp her und die Giftgase Bayer. Es wurde mit Maschinengewähren und Feldhaubitzen gekämpft. Auch aus der Luft wurde Krieg geführt. Zuerst trugen Soldaten Pickelhauben, doch diese schützten nicht und waren zu feierlich, deswegen stiegen sie um auf Stahlhelme. Zu ihrer Ausrüstung gehörten außerdem Gasmasken, aus Leder und Trinkflaschen, die in einem Tornistern transportiert wurden. Spaten nutzten die Soldaten um Schützengräben zu graben.



An der Front waren Verletzungen Alltag, doch sie schrieben Briefe nach Hause, zu ihren hungernden Familien. Um Lebensmittel kaufen zu können, arbeiteten die Frauen beispielsweise als Krankenschwestern, wo sie den Verletzten Prothesen und Rollstühle aus Holz, zur Hilfe, gaben. In Deutschland gab es Gedenkstätten, wo die wichtigsten Soldaten auf Tafeln geschrieben wurden. Auch von den Krupp Mitarbeitern, gab es große Gedenktafeln.





Ganz unten war die Nachkriegszeit dargestellt. Die Menschen wollten Frieden, der Kaiser dankte ab und ging ins Exil nach Holland. Soldaten, die überlebten, versuchten mit Drehorgelmusik oder beim Betteln Geld zu verdienen, aus Spenden wurde Essen gekocht, trotzdem stieg die Selbstmordrate um ca. 50%.



Veröffentlicht am:
28.05.2014