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"Jetzt konzentrier' dich mal!"

Eltern-Informationsabend

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Angela Felix ist Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und leitet die Familien- und Erziehungsberatungsstelle der Essener Caritas. Ihr Vortrag ist gespickt mit Fallbei-spielen aus ihrer Praxis.

Alle gesunden Kinder können sich konzentrieren. Die Frage ist nur, wie lange und vor allem worauf? Auf diese Fragestellung zielte der Titel der Veranstaltung, zu dem die AES gemeinsam mit der Elsa Brändström Realschule eingeladen hatte: "Jetzt konzentrier' dich mal!" -"Gerne, …worauf denn?"

Offensichtlich besteht Gesprächs- und Handlungsbedarf, denn eine große Zahl Mütter und auch einige Väter hatten sich in der Aula der AES eingefunden, um den Vortrag von Angela Felix, Leiterin der Familien- und Erziehungsberatungsstelle der Essener Caritas zu hören. Bereits zum Thema Pubertät hatte die Kinder- und Jugendlichenpsycho-therapeutin die Eltern informiert und beraten.

Was ist das überhaupt für eine Eigenschaft, diese Konzentrationsfähigkeit? Die Referentin bietet zwei Definitionen an: "Die Aufmerksamkeit eine Zeit lang willentlich gezielt auf eine Aufgabe richten zu können" und das etwas sperrigere "Fähigkeit zur Handlungssteuerung und Kontrolle, die relativ stabil und unabhängig von bestimmten Zeiten und Situationen ist".

Aha! Und warum funktionieren diese Fähigkeiten nur bedingt und bei Jugendlichen oft scheinbar überhaupt nicht? Das ist, wir haben es geahnt, nicht mit einem Satz zu beantworten. Zunächst mal: Erwachsene können diese Leistung unter optimalen Bedingungen maximal über 90 Minuten erbringen, 10 - 12-Jährige über 25 Minuten und 13 - 16-Jährige über 30 Minuten. Danach muss Entspannung her, vielleicht auch Sauerstoff, Wasser oder Kohlehydrate, denn Konzentration ist anstrengend und verbraucht Energie.

Was passiert, wenn die Bedingungen nicht optimal sind? Dann kann man sie mit relativ einfachen Maßnahmen verbessern, zum Beispiel durch Medienbegrenzung, Beseitigung von Stör- und Stressfaktoren. Kein Jugendlicher kann und will sich auf seine Lernarbeit konzentrieren, wenn im Nebenzimmer bei geöffneter Tür sein Geschwisterkind fröhlich spielt. Auch ist eine Aufgabenreihenfolge von leicht-schwer-leicht empfehlenswert.

Jugendliche sind aber oft dankbar für jede Form der Ablenkung. In dem Fall sind sie nicht motiviert. Und Motivation gehört dazu, daran führt kein Weg vorbei. Dabei ist selbst der Wunsch, einfach mal keine 5 zu schreiben, eine Form der Motivation.

Angela Felix beeindruckt immer wieder mit Fallbeispielen aus ihrer Praxis. Für den Hausgebrauch empfiehlt sie zur Überprüfungen der Konzentrationsfähigkeit drei Aufgaben: Bringt das Kind bei seiner Lieblingstätigkeit Konzentration auf? Kann es ohne Zettel sechs Teile einkaufen? Kann es sich einen Tag lang eine achtstellige Telefonnummer merken?  Falls ja, besteht Hoffnung.

Die Eltern quittieren Angela Felix' Referat mit kräftigem Applaus und diskutieren ihre Eindrücke auf dem Heimweg. Vorher haben sie bereits das Thema das nächste Thema gewählt. Es wird "Kinder stark machen" sein.
Michael Rausch



Veröffentlicht am:
07.10.2013