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Albert-Einstein-Realschule      Offener Ganztag - individuell gestaltet

AES-Realschüler unterrichten Physik

"Bei der großen Trommel geht das Feuer schneller aus"

Der Esslöffel schlägt gegen die Tischkante. Er hängt an einem Faden, dessen Enden um Robins Zeigefinger gewickelt sind. Die wiederum stecken bis zum Anschlag in seinen Gehörgängen. Sein Kopf ist nun angefüllt mit wunderbarem Glockenklang. So etwa muss sich der Glöckner von Notre Dame gefühlt haben, aber das wird Robin aus der 3. Jahrgangsstufe der Ardeyschule nicht wissen. Er weiß nur, dass ihm heute Lena und ihre 9er Mitschüler der Albert Einstein Realschule an zehn Lernstationen die Welt von Klang und Schall näher bringen.

Dieses partnerschaftliche Miteinander von Real- und Grundschülern ist bereits die zweite Folge einer "Staffel", die die Neugier auf Naturwissenschaft fördern soll. Dazu wurden die älteren Schüler gerade zu MINT-Botschaftern geschult. MINT ist die Kurzform von Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Angestoßen wurde die Aktion vom "zdi-Zentrum MINT-Netzwerk Essen", das die Inhalte und Materialien vorgibt.

Robin und seine Klasse sind mit Feuereifer bei der Sache, und Feuer gehört beim nächsten Experiment dazu, der Schallkanone: Ein Rohr bündelt den Schalldruck einer Trommel und leitet ihn geradewegs auf die Flamme eines Teelichts. Die Kerze muss mit einem echten Feuerzeug angezündet werden, dafür gibt's derzeit noch keine App. Kein Problem für MINT-Botschafter Erik und los geht's. Ein Schlag auf das Trommelfell und die Flamme erlischt. Begeisterung. Noch mal mit der kleinen Trommel! Und so knallen munter die Trommelschläge, Kerzenduft füllt den Raum, es riecht ein bisschen nach Advent. Damit es nicht nur bei Schall und Rauch bleibt, fragt Lynn: "Habt ihr alles aufgeschrieben?" Sie weiß, dass Gelerntes besser hängen bleibt, wenn es anschließend niedergeschrieben wird. Midoris kleine Hand schreibt: "Bei der großen Trommel geht das Feuer schneller aus."

Währenddessen erzeugt nebenan die Stimmgabel einen Sturm im Wasserglas, dass sich die Wellen kräuseln. Die Gummigitarre löst unterschiedlich hohe Töne aus, Gitarren-Altmeister Knopfler lässt grüßen. Ein nasser Finger gleitet über den Rand des Cognacschwenkers, ein überirdisch schöner Ton steigt auf. Ein zweites Glas berührt das erste, schwingt mit und wirft dabei ein Stäbchen von seinem Rand ab. Und draußen übermitteln sich zwei Mädchen geheime Botschaften über das Schnurtelefon, die offensichtlich auch noch zum Kichern komisch sind.

Die Lehrerinnen, die sich bislang dezent im Hintergrund gehalten haben, rufen zur Abschlussrunde. Jeder muss eine Beurteilung abgeben. Favorit bei den Grundschülern: die Schallkanone. Aber auch das Fadentelefon hat einen Nutzer beeindruckt: "Ich fand das gut, weil man da keine Telefonrechnung bezahlen muss." Die jungen "Lehrer" und Schüler finden sich gegenseitig nett. Durch die Bank sind die Realschüler beeindruckt, wie schnell die Grundschüler alles verstanden haben und wie gut die Arbeit funktioniert hat: "Sie sind ziemlich schlau.". Für sich selber haben Annika und Lena gelernt, wie man Lernstoff aufbereitet. "Man muss eine einfachere Sprache wählen, nicht alle kannten das Wort Vibration." Das machen wir noch mal, ist das einhellige Echo, womit wir schon wieder bei der Akustik wären.

Michael Rausch

Niklas (links) vermittelt: Die Reibung versetzt beide Gläser in Schwingung.


Annika haben das Ergebnis im Blick: "Wenn man hart schlägt, geht der Ton langsamer aus."


Aylin kräuselt mit der Stimmgabel die Wasseroberfläche.


Erkenntnisse sofort aufschreiben, Maren passt auf.


Celine, Erik und Anna Maria erklären die Versuchsanordnung.


Begeisterung bei der Schallkanone.


In den Fingern kribbelt es, im Kopf klingt es. Laura hat's erklärt.


Biege das Ende des Lineals nach unten und lass es los.


Stillleben: Lehrerinnen mit Lehrstoff. Ann Kathrin und Maike wissen, worum es geht.


Unterschiedlich hohe Töne bei der Gummigitarre.


Wenn beide Teilnehmer lauschen, passiert gar nichts. Eine von beiden muss schon sprechen, wissen Alberto und Melina.


Erst selber ausprobieren, damit man nichts Falsches erzählt. Sven, Sabrina und Jessica haben ebenso viel Spaß wie ihre Schüler.


Das ist nicht etwa die wohlverdiente Pause, sondern der Wundertisch, der den Schall leitet.



Veröffentlicht am:
12.03.2013