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Besuch in der Henrichshütte

Am 04.12.2012 besuchten die Technikkurse der Klassen 8 und 10 die Henrichshütte in Hattingen.

In den Jahren 1852 bis 1855 ließ Graf Henrich zu Stollberg-Wernigerode eine der traditionsreichsten Hütten im Ruhrgebiet erbauen.  Die Voraussetzungen  für den Standort in Hattingen waren ideal. Es gab Eisenerzfelder, einen starken Steinkohle-bergbau und die Ruhr als Transportstraße. Rund um Hattingen wurden Erz und Kohlen gefördert, Koks, Eisen und Stahl  produziert  und bearbeitet. Zeitweise beschäftigte die Hütte über 10.000 Menschen. Um die Hütte entstand ein neuer Stadtteil.



Nachdem uns die Museumsführerin begrüßt hatte, wurde uns die Funktion und der Aufbau eines Hochofens an einem Schaubild erklärt. In der Henrichshütte  wurde ein besonderes Verfahren angewandt. Die Schlacke wurde erst nach dem Abstich vom Roheisen getrennt. Dadurch konnte die Schlacke mehr Schwefel und andere Fremdstoffe aufnehmen und das Eisen hatte daher eine besonders gute Qualität. 



Anschließend gingen wir  über ein  Eisenbahnschienensystem und  an verschiedenen Eisenerz- und Kohlebunkern vorbei  in Richtung Hochofen. Auf dem Gelände entdeckten wir Bunkeranlagen aus dem zweiten Weltkrieg.  Diese Anlagen wurden von Gefangenen und Zwangsarbeitern errichtet, denn im zweiten Weltkrieg waren solche Anlagen der Schwerindustrie Zielpunkt der alliierten Streitkräfte.  Am Schienensystem erklärte uns die Museumsführerin, wie die Eisenbahnwaggons verteilt und gestoppt wurden.  Für die Menschen war es eine sehr gefährliche Arbeit und es gab sehr viele Unfälle.



Dann sind wir mit dem Aufzug zum obersten Punkt des Hochofens gefahren.  Wir hatten einen tollen Rundumblick über das Gelände der Hütte.  Von hier oben konnte man die frühere Größe des Geländes erahnen.  Auf dem Hochofen war es sehr windig und sehr kalt. Uns wurde die Arbeit der Wassermänner erklärt, die für die  Kühlung des Hochofens verantwortlich waren.  Das Kühlsystem musste ständig überprüft werden, damit der Hochofen nicht zu heiß  wurde.  Bei Tag und Nacht, bei Wind und Wetter mussten die Wassermänner rund um den Hochofen arbeiten. Auch hier passierten viele Arbeitsunfälle.  Zum Schluss warten wir im Abstichraum.  Hier konnte man erkennen wie die Schlacke vom Roheisen getrennt und wie das Roheisen weitergeleitet wurde. Auch hier waren die Arbeitsbedingungen sehr gefährlich und der Arbeitsschutz über viele Jahre mangelhaft.



Während dieser Führung konnten wir die Produktion von Roheisen sehr gut nachvollziehen.  Das Besondere aber war unsere Museumsführerin. Viele Verwandte  der Führerin haben auf dieser Hütte gearbeitet.  Daher konnte sie hautnah persönliche Geschichten über die Arbeiter und den Arbeitsbedingungen erzählen. Über den Stolz und Zusammenhalt der Arbeiter. Über die Berufskrankheiten, die durch die schleichende Vergiftung mit Schwermetallen erfolgte. Wenn zum Beispiel  die Erdbeeren und der Salat im Garten mit gelben Schwefelstaub bedeckt waren, wurden diese Früchte abgewaschen und gegessen.  Daher hatten viele Menschen rund um die Hütte schlechte Leberwerte und die Lebenserwartung der Menschen war nicht hoch.  Bis weit in den fünfziger Jahren  bekamen Arbeiter der Schwerindustrie und im Bergbau  durchschnittlich 6 Monate Rente, dann verstarben sie.



Ab 2003 wurde der letzte Teil der Henrichshütte, die Schmiede, stillgelegt und ist heute ein Industriemuseum des Landschaftsverbands Westfalen Lippe.

Kieran  Adair und Anil Cakir, 8tc



Veröffentlicht am:
11.12.2012