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Auf Spuren der Geschichte

Jüdisches Leben in Essen und Besuch der Gedenkstätte in Bergen Belsen



Im Rahmen des Projektes "Judenverfolgung während des 3. Reichs und Orte jüdischen Lebens in Essen" besuchte die Klasse 9d die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers in Bergen Belsen bei Hannover.


Am Donnerstag, den 28.06.12 nahm die Klasse zunächst an einer Führung durch die alte Synagoge in Essen teil. Hier erfuhren die Schüler einiges über die wechselhafte Geschichte und den Aufbau des jüdischen Versammlungsgebäudes, welches ähnlich wie das Haus der Technik von Justus Körner geplant und gebaut wurde. Anschließend erhielten wir an einem sehr guten Infoförderband einen Einblick in die Speiseregeln.


Der nächste Besuch (02.07.12) galt der neuen Jüdischen Gemeinde in der Sedanstraße 46. Im Rahmen einer Führung erfuhren wir dort einiges über die Entwicklung und das Leben in der Gemeinde seit 1945. Schon im Sommer 1945 trafen sich Überlebende im Hyssenstift und hielten erste Versammlungen ab, in denen aus der Tora gelesen wurde. 1959 wurde dann die neue Synagoge an der Sedanstraße errichtet. Die Anzahl der Gemeindemitglieder war bis in die 80er stark rückläufig. Sie stieg erst zu Beginn der 1990 Jahre durch den Zuzug von Menschen mit jüdischen Glauben aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion an. Heute hat die Gemeinde ungefähr 900 Mitglieder.


Genau wie in anderen Glaubensgemeinschaften gibt es Mitglieder, die mehr oder weniger aktiv am Gemeindeleben teilnehmen. In der Synagoge finden Versammlungen statt, in denen aus der Tora vorgelesen wird, wichtige Feiertage werden begangen oder Hochzeiten gefeiert. Für die Klasse wurde auch der Toraschrein geöffnet und aus ihr vorgelesen. Frau Schütze, eine Shoa Überlebende, berichtete uns zum Abschluss über jüdische Traditionen, wie z.B. die Gebetsriten.

Die Protokolle der ersten beiden Führungen wurden anschließend im Klassenraum gebündelt, geordnet und auf Plakaten mit Fotos dokumentiert. Eine dritte Gruppe war damit beschäftigt, ältere Orte jüdischen Lebens in Essen vorzustellen und in einem Stadtplan von Essen zu verorten.



Am folgenden Tag fuhren wir mit der Klasse zur Gedenkstätte nach Bergen Belsen. Während einer sehr guten Führung erfuhren wir vieles über die Entwicklung des Lagers. Zunächst war es ein Ausbildungslager der Wehrmacht,, in dem Soldaten auf den 2. Weltkrieg vorbereitet wurden, anschließend ein Austauschlager der SS in dem Juden inhaftiert waren.


 

 

 

 


Im weitern Verlauf des Krieges wurde es ein Konzentrationslager in dem die Nazis ab Ende 1944 viele Juden aus den Randbereichen des Reichs auf  sogenannten Todesmärschen zusammenlegten. Zum Zeitpunkt der Befreiung, Mitte April 1945, befanden sich neben tausenden an Leichen ungefähr 80.000 Juden in dem Lager. Viele von ihnen starben kurz nach der Befreiung an  Krankheiten oder an Entkräftung. Die britische Armee musste in den ersten 18 Tagen 21.000 Personen in Massengräbern beerdigen. Unter ihnen befand sich auch Anne Frank. Da die Holzbaracken extrem verseucht waren, brannte die britische Armee das Lager vollständig ab. In unmittelbarer Nähe zum ehemaligen KZ brachte sie die Überlebenden angemessen unter und unterstütze sie dabei nach Israel zu emigrieren. Die Geschichte Bergen Belsens endet also nicht 1945, sondern erst 1950. Viele der Emigranten waren 1948 an der Staatsgründung Israels beteiligt.

Alle Ergebnisse wurden am Donnerstag in Klassenraum gebündelt und in Form von Vorträgen, Plakaten sowie Powerpointpräsentationen zwei Parallelklassen vorgestellt. Die Klasse hat das ganze Projekt sehr gut angenommen und umgesetzt. Allen ist klar geworden, dass es keine Schuldfrage, sondern ein soziales Verantwortungsbewusstsein für die Zukunft gibt.

Marcus Biesemann



Veröffentlicht am:
11.07.2012