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Mit Krupp in Finnland

Krupp Stipendium - Mein Praktikum im Ausland

Es war mein Wunsch das Praktikum in Finnland auszuüben. Als ich die Benach-richtigung bekam, dass ich nach Tampere fahren durfte, habe ich vor Freude geweint.


Die Stipendiaten mit einem Gastvater, mit dem wir viel unternommen haben. ( v.r.n.l. Anna-Lena Staudinger, Justine Daniels, Jaakko Antila, Nils Mehring, Adriana Bachor)

Meine Erwartungen an dieses Land sind nicht enttäuscht worden. Die Landschaft und die Menschen begeistern mich. Die Finnen sind ein sehr offenes, aufgeschlossenes Volk. Viele sprechen Englisch und so manch einer auch Deutsch. Landschaftlich fand Finnland meine absolute Begeisterung. So ist man in einer Stadt, aber auch ganz schnell in der freien Natur. Was mir besonders gut gefallen hat.


Das ist die Straße in der ich gewohnt habe, die Huikarinkatu

Um zu meinem Arbeitsplatz an der Fachhochschule Tampere zu gelangen, musste ich mit dem Bus ca. 45 Minuten fahren. Meine Arbeitsanfangszeiten waren immer unterschiedlich, abhängig davon, wann ich den ersten Termin mit einem Studenten hatte oder  meine Kontaktperson Frau Daems mich brauchte. Angenehm war, dass ich in meiner üblichen Bekleidung zu meinem Arbeitsplatz kommen durfte. Zu meinen Aufgaben gehörte es hauptsächlich Studenten zu interviewen. Die Interviews dauerten ca. 20 Min. immer davon abhängig, wie groß die Deutschkenntnisse meines Interviewpartners waren. Auf seine Bereitschaft kam es natürlich auch an. Sinn und Zweck des ganzen bestand darin, den Studierenden die Möglichkeit zugeben, die erlernte deutsche Sprache mit jemanden zu sprechen, dessen Muttersprache Deutsch ist. Einen Fragekatalog habe ich im Vorfeld erhalten, konnte ihn jedoch im Verlauf des Interviews erweitern und anpassen. Die Interviews verliefen sehr unterschiedlich. Manche Studenten sprachen bereits seit 12 Jahren deutsch, manche jedoch erst seit ein paar Monaten. Auch war das Interesse sehr unterschiedlich. Manche Studierenden waren geradezu schüchtern, bis sie bemerkten, dass ich sie verstehen konnte und auch sie mich verstanden. So ein Interview konnte viel Spaß machen und hat beide Seiten oft zum Lachen gebracht.


Eine Mitstipendiatin (Adriana Bachor) mit einem Studenten im Interview

Jeden zweiten Tag habe ich Material für den Unterricht zusammengestellt. Dazu gehörte Karten aus zuschneiden und Kopien herzustellen. Schrieben die Studenten Tests, wurden sie von mir beaufsichtigt. Zweimal habe ich einen Vortrag über Ostern in Deutschland gehalten. Den ich im Vorfeld selber erstellt habe. Das Lehrerzimmer wurde von mir gemeinsam mit einer weiteren Praktikantin geputzt und aufgeräumt. Für eine ganze Mannschaft estländischer Studenten habe ich Schnittchen und Käsespieße hergestellt und ihnen später Getränke angeboten. Kurz um, langweilig wurde es nie.


Haupteingang der Fachhochschule Tampere

Ich war mit einer weiteren Stipendiatin bei einer sehr netten, herzlichen, deutsch-sprachigen Gastfamilie untergebracht. Dass unsere Gasteltern Deutsch sprachen, hat die ganze Sache natürlich enorm erleichtert. Ich hatte sogar ein eigenes Zimmer, was ich als sehr angenehm empfunden habe.


Ich, in der Fachhochschule

Es ist ein großer Unterschied zu Hause selbständig zu sein oder ganz allein im Ausland. Hat man zu Hause doch immer die Eltern hinter sich die helfen, wenn es brenzelig wird. Auf sich alleine gestellt entfällt diese gewohnte Sicherheit. Es hat etwas Zeit gebraucht, bis ich mich daran gewöhnt hatte. Mein Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein konnte ich durch den Aufenthalt in Finnland verstärken. Ich habe meine Grenzen kennen gelernt und erlebt, wie es ist einen ganzen Monat lang von meiner Familie getrennt zu sein. Auch habe ich gelernt, wie viel mir meine Familie bedeutet. Und obwohl ich in Finnland glücklich war, habe ich sie oft vermisst.

Trotzdem wünsche ich mir für mein Leben noch öfter im Ausland zu arbeiten. Das Stipendium hat mir sehr geholfen den ersten Schritt in diese Richtung zu gehen.

Justine Daniels, 9b




Veröffentlicht am:
11.05.2012