Unser Logo Unsere Schule Unser Hundertwasser-Flur Stadtwaldfest Skifreizeit in Mittenwald Jedem Kind sein Instrument Freiarbeit nach Montessori Fußballturnier
Albert-Einstein-Realschule      Offener Ganztag - individuell gestaltet

Brückentag an der Ardeyschule

AES-Schüler als MINT-Botschafter unterwegs


Schwieriger Name, schwieriges Prinzip: Melina erklärt die Kragbogenbrücke

„Welche Brückentypen kennt ihr?“ Lukas kennt Schwimmbrücken und Hängebrücken. Seine Mitschüler aus der 2a und b der Rellinghauser Ardeyschule nennen weitere wie Bogen- oder Balkenbrücke. Sie sind gut vorbereitet auf die Stunde und kennen die nötigen Fachausdrücke, denn heute gilt’s: Sie sollen diese Brücken bauen, angeleitet von sechzehn Schülern der AES, die als MINT-Botschafter und Teamchefs fungieren. MINT ist das Kürzel für Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, eine Fächerkombination, der landesweit zu mehr Attraktivität verholfen werden soll. Motor der Aktion ist das „zdi-Zentrum MINT-Netzwerk Essen“, das für Inhalte und Materialien gesorgt hat. Die Initiatoren versprechen sich dadurch einen zusätzlichen Anreiz bereits bei Grundschülern.


Statik stimmt, Brücke steht. Jan und seine Jungs haben die Station gestemmt.

„Was müssen wir machen“, wird Teamchef Jan von zwei Grundschülern gefragt. „Lies die Anleitung“, ist seine knappe wie didaktisch richtige Antwort. Lernbegleiter René fragt seine Gruppe: „Wer will vorlesen“, eine Frage, die er selbst nur zu gut aus dem Unterricht kennt. Und auch Katharina, Angelina und ihre Altersgenossen leiten mit der nötigen Zurückhaltung ihre Gruppen beim Brückenbau an. Die Kinder sind neugierig und würden am liebsten überall zugleich loslegen. Doch die Gruppen rotieren von Station zu Station, und jedes Mal wird eine andere Konstruktion umgesetzt.


Die beiden sehen ganz zufrieden aus, auch wenn sie ihrer Brücke einiges zumuten.

„Toll, meine Brücke hält.“ Jil ist begeistert. Sie hat mit ihrer Mannschaft lange experimentiert, wie man ein Blatt Papier stabil bekommt. Aber so manches andere Modell erleidet das traurige Schicksal der berühmten Brücke am Tay, über die Fontane dichtete: „Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand“. Doch die Einstürze entmutigen die Grundschüler nicht. Völlig unverkrampft starten sie den Neubau und diesmal klappt’s auch mit der Stabilität.


Die beiden sehen ganz zufrieden aus, auch wenn sie ihrer Brücke einiges zumuten.

Bei der Nachbesprechung sind die Realschüler sehr angetan von dem Unterricht, den sie erfolgreich hinter sich gebracht haben. Angelina: „Ich bin überrascht, wie schnell meine Gruppe alles geschafft hat.“ Katharina hat gelernt, geduldig zu sein und nicht zu drängeln. Paul ist beeindruckt von der Selbständigkeit der Grundschüler. Denen wiederum hat die Stunde gut gefallen, sie schildern Erfolg und Misserfolg, Tipps und Tricks beim Brückenschlag. Ausnahmslos alle fanden ihre Teamleiter nett. Da liegt es nahe, dass der Wunsch nach Wiederholung aufkommt.

Das war MINT-Unterricht der etwas anderen Art. So was bleibt im Gedächtnis haften. Und so kann es gut sein, dass am Ende die Liste der Traumberufe zwischen Pilot, Tierärztin und Feuerwehrmann sich um Brückenbauer erweitert hat. Und dann wäre da ja auch noch der Zahntechniker, auch der baut Brücken...

Michael Rausch




Veröffentlicht am:
05.04.2012