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Brückenschlag zwischen den Schulen

AES-Schüler als MINT-Botschafter unterwegs

Am 07.03.2012 auch im  Stadtteil veröffentlicht.

„So geht das nicht. Das Papier ist als Fahrbahn nicht stabil genug.“ Philipp und 15 Mitschüler der Jahrgangsstufe 9 sitzen wieder in der Grundschule und bauen Brücken über einen knallblauen Fluss aus Tonpapier. Sie hocken mit zu langen Beinen auf zu kleinen Stühlchen, dafür werden sie von MINT-Teamchef Thomas Hartmann gesiezt. Philipp: „Extrem gut, wenn mich einer mit Herr Gödde anspricht.“


Das sieht lustig aus. Ob es auch hält?

Warum machen die das? Sechzehn AES-Schüler werden gerade zum MINT-Botschafter für Grundschulkinder der Ardeyschule ausgebildet. Sie sollen zukünftig in Sachen Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik den Grundschülern hilfreich zur Seite stehen und so zwischen den Schulen eine Brücke schlagen. Ins Leben gerufen wurde die Aktion vom „zdi-Zentrum MINT-Netzwerk Essen“, die die Inhalte und Materialien vorgeben. Offensichtlich schwächeln diese vier Fachbereiche im Ansehen der gegenwärtigen Schülerschaft. Das Netzwerk verspricht sich durch speziell vorbereitetes Material und gut vorbereitete Botschafter einen besseren Zugang schon von Grundschülern.


Erst diskutieren, dann bauen. Besser als anders herum.

Profitieren werden beide Seiten: Die Kleinen bekommen die jüngsten „Lehrer“, die sie je hatten, die Realschüler gewinnen in vielerlei Hinsicht an Sicherheit und Persönlichkeit. Doch im Moment üben sie selber noch, mit Lakritz und Weingummi als Gehirnnahrung. Das sechsköpfige MINT-Team hat an alles gedacht.


Fünfhändig! Das ist Teamwork.

Mitunter hitzige Diskussionen münden in Arbeitsanweisungen und Absprachen und dann wird Hand angelegt, dass sich die Brückenbalken biegen. Da wird geknetet, Styropor geschnitten, geklebt und werden Drähte geformt. Allmählich nehmen Bogen-, Balken und Hängebrücken Gestalt an. Auf diese Weise bekommen die Jugendlichen am besten ein Gefühl dafür, was in der Gruppe ablaufen könnte, die sie selber einmal anleiten werden. „Wie wär’s, wenn man unter das Papier noch Trinkhalme zur Verstärkung kleben würde?“ Stabilität geht eindeutig vor Schönheit, und so spielen Form, Farbe und Werkstoffkombination nur eine Nebenrolle, Hauptsache, sie trägt.


Über sieben Brücken musst du gehen. Wirklich?

Am Ende sind vier sehr unterschiedliche Modelle entstanden: Die Hängebrücke, lange geplant, mit labiler Statik; die absolut Erdbebensichere; die pragmatisch gebaute Balkenbrücke ohne aufwendige Planung und die Bogenbrücke mit massivem Dach. Und so langsam dämmert es den Jugendlichen: Was ihnen selbst nicht immer so leicht von der Hand ging, braucht erst recht für jüngere Kinder eine gute Anleitung. Und die sollen sie bald liefern. Aber die beiden Schulen sind erfahrene Partner. Erst vor anderthalb Jahren schulterten sie ein gemeinsames Zirkusprojekt. Damals wünschte man sich „Hals- und Beinbruch“. Was soll man für den Brückenbau wünschen? Am besten, wir erkundigen uns beim Schutzpatron der Brücken, dem heiligen Nepomuk, der müsste es wissen.

Michael Rausch




Veröffentlicht am:
04.03.2012