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Albert-Einstein-Realschule      Offener Ganztag - individuell gestaltet

Sprungbrett AES

Bei Einstein begann die Karriere

Ausbildung zum Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme? Doktorarbeit über internationales Seerecht? Hochschulprofessor für Sozialpädagogik? Diese und andere Karrieren sind mit einem guten FOR-Abschluss (FOR = Fach-Oberschul-Reife) möglich, einem Abschluss, den die AES ermöglicht und der sämtliche weiteren Bildungswege eröffnet.

Beispiel für einen gelungenen Übergang in seinen Traumberuf ist Fabrice Vosrie, der jetzt bei der Air Berlin am Düsseldorfer Airport lernt, wie man Airbus- und Boeing-Flieger auf Herz und Nieren untersucht. Seine Fachoberschulreife liegt anderthalb Jahre zurück. In einer freien Minute während der Spätschicht erzählt er von den großen Vögeln, deren Cockpits er auf Fehler hin überprüft. Er sieht sich gut vorbereitet auf die Anforderungen seines Berufs. Physikalisches und mathematisches Verständnis wurde an der AES gefördert, nun geht es in Spezielle. „Wir haben hier auch ganz andere Dimensionen“, berichtet Fabrice. Aber das wichtigste für ihn ist logisches Denken beim Eingrenzen und Aufspüren von Fehlern.


Fabrice Vosrie, der 2010 seine Fachoberschulreife an der AES erwarb, repräsentiert hier seinen Ausbildungsbetrieb. Foto: Scheffer

Und wie kommt man an diesen Traumberuf? Die Air Berlin wird sicher nicht angeklopft und nachgefragt haben. „Ich bin zur Agentur für Arbeit und habe mich erkundigt. Dort habe ich Infos und Adressen bekommen und daraufhin habe ich mich beworben.“ Eigeninitiative ist der Schlüssel. Fabrice Vosrie erinnert sich noch gut an seine Einstellungstests und  Vorstellungsgespräche. „Bei Air Berlin legte man sehr viel Wert auf soziale Kompetenzen, während Lufthansa das Technische im Vordergrund hatte. Ich hätte auch bei der Lufthansa anfangen können.“ 

Schon etwas weiter zurückerinnern muss sich Lars Kramm, Jahrgang 1982, der gerade an der Uni Rostock über seiner Doktorarbeit zum internationalen Seerecht brütet. Der gebürtige Rellinghauser verließ 1999 die AES in Richtung Louisenschule, um dort sein Abitur zu machen. Lars Kramm, nach eigenem Bekunden nie ein besonders guter Schüler, räumt ein: „Ich hatte immer große Schwächen im Schriftlichen.“ Wie ist es dann möglich, dass er am Ende eine der besten Abiturprüfungen hinlegen konnte? „Das hat ganz klar mit den Lehrern zu tun, mit gezielter Förderung. Besonders dankbar bin ich Frau Bonzel. Wenn sie mich damals nicht so getriezt hätte, wäre ich nicht da, wo ich heute bin.“ Er hatte die Wahl zwischen Naturwissenschaften und Jura und hat sich für internationales Umweltrecht und Seerecht entschieden. Ihm winkt eine Karriere bei EU, Bundesbehörden oder Offshore-Windenergie-Betreibern. Der Grundstein dafür, so Lars Kramm, wurde an der AES gelegt: „Ich musste zwar schwer arbeiten, aber ich habe gute Erinnerungen an Lehrer und Mitschüler.“

Ebenfalls aus Rellinghausen stammt der Bergmannssohn Dr. Roland Brake, Professor für Sozialpädagogik an der Katholischen Hochschule Aachen. Seine Zeit an der AES endete 1972. Nach der anschließenden Fachoberschule in Holsterhausen absolvierte er eine Ausbildung zum Erzieher. Während der Arbeit in verschiedenen Einrichtungen studierte er abends auf dem zweiten Bildungsweg Sozialarbeit. Mit 32 ging er zur Hochschule, promovierte und wurde Professor. „Ich war als Schüler ein ziemlicher Rowdy, ein schlechter Schüler und habe viel Blödsinn gemacht. Ich habe aber trotzdem viel gelernt und ich hätte all das nicht geschafft, wenn sich meine Lehrer nicht so für mich eingesetzt hätten. Alle Lehrer waren klasse, sie waren uns Schülern zugewandt.“ Gerne denkt er an die AES-Zeit zurück, Höhepunkte waren Amrum, Mittenwald, England. Dankbar ist er auch dafür, dass er Geige lernen durfte. „Die Realschule hatte damals Interesse an den Schülern“, erinnert er sich, „sie hat uns gefordert.“ Und so war sein Wechsel zur Fachoberschule auch keine große Hürde. Der Professor macht bei seinen heutigen Studenten einen Mangel an Herzensbildung aus: „Die sind nur noch an Modulen interessiert und daran, was sie für eine Zensur bekommen. Das ist Lernen für den Lebenslauf.“ Seine Forderung für die Zukunft: „Eine breite ganztägige Realschulausbildung mit Schwerpunkt Herzensbildung. Heute werden Kindern sämtliche materiellen Wünsche unmittelbar erfüllt. Was uns geprägt hat, war ein Erwartungsaufschub. Wir wussten: Für unsere Wünsche müssen wir arbeiten und den Preis allmählich ansparen.“

Michael Rausch




Veröffentlicht am:
26.11.2011