Unser Logo Unsere Schule Unser Hundertwasser-Flur Stadtwaldfest Skifreizeit in Mittenwald Jedem Kind sein Instrument Freiarbeit nach Montessori Fußballturnier
Albert-Einstein-Realschule      Offener Ganztag - individuell gestaltet

Gnadenloses Internet

Eltern, Kinder und „neue Medien“


Referent Frank Langer in Aktion

„Das Netz ist gnadenlos, weltweit und es vergisst nie!“ Diesen Satz mussten die Eltern in der Aula der Albert-Einstein-Realschule (AES) erst einmal verdauen. Das Leben im virtuellen Raum ist längst nicht mehr nur der pure Spaß. Referent Frank Langer vom Drogenhilfe-Zentrum zielte genau auf diesen Punkt beim Publikum, das sich das Thema „Neue Medien – Gewalt- und Suchtpotentiale“ gewünscht hatte. Bereits zum dritten Mal trafen sich Eltern von Albert-Einstein- und Elsa-Brändström-Realschule, um sich fachkundig zu aktuellen erzieherischen Fragen informieren zu lassen.

In diesen Tagen zeigt die ARD mit dem Fernsehfilm „Homevideo“ einen Fall von „Cybermobbing“, der einen Jugendlichen und seine Eltern in die schiere Verzweiflung treibt. Dass ein solches Thema dort angekommen ist, belegt, dass es im wirklichen Leben längst traurige Realität ist. Sozialarbeiter Frank Langer berichtet aus seiner Praxis von einem Fall, bei dem bei dem eine angetrunkene 15-Jährige auf einer Party von Mitschülern „oben ohne“ gefilmt worden war. Am nächsten Morgen war das Filmchen bereits auf jedem Handy des Schulhofs zu sehen. Unvorstellbar die Scham für die Schülerin und ihre Eltern, die ihr Heil nur in der Flucht sahen und 200 Kilometer weit weg zogen. Doch es gab kein Entkommen. Nach nur einer Woche kursierten die Bilder bereits an der neuen Schule. Der Weg zur Polizei ist spätestens jetzt Pflicht, kann aber nichts mehr ungeschehen machen. Vorbeugung ist wie so oft das bessere Mittel.

Langer führt sein Publikum durch die Welt der sogenannten sozialen Netzwerke, der Ballerspiele mit Clans und Levels. Die Attraktivität des Internets erklärt sich auch damit, dass es der ideale Raum ist, sich darzustellen. Das sei, so Referent Langer, für Heranwachsende, sehr wichtig. Im Saal angespannte Stille, kein Widerspruch regt sich, keine Frage drängt sich auf. Und das trotz eines offensichtlich mit der Materie verrauten Publikums: Jeder Zuhörer war im Besitz eines Mobiltelefons und weit über die Hälfte ist täglich im Netz unterwegs.

Was können Eltern tun, um zu verhindern, dass ihr Kind sich im Cyberspace verliert? Langer: „Es braucht Medienkompetenz, Liebe, Verständnis, Erziehung zur Autonomie und, ganz wichtig, klare Grenzen.“ Das klingt nicht gerade revolutionär, scheint aber der Hauptweg zu sein. Eltern sollen klare „Wert- und Zielvorstellungen formulieren, Bedürfnisse erkennen und entwicklungsförderliche Situationen schaffen“. 

Eltern müssen wissen, was ihre Kinder mit wem im Netz treiben. Dazu brauchen sie Kenntnisse, die sie bei ihren Kindern, unter anderem aber auch bei www.clicksafe.de erwerben können. Und dann, so Langer, heißt es: „Vermitteln Sie Sicherheitsregeln, beschränken Sie die Online-Kommunikation.“ Gibt es Schwierigkeiten, müssen sie vertrauensvoll besprochen werden. Missbrauch der Technik kann nicht ausgeschlossen werden, aber Leichtgläubigkeit und Naivität kann man vorbeugen.

Michael Rausch




Veröffentlicht am:
16.10.2011