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Albert-Einstein-Realschule      Offener Ganztag - individuell gestaltet

8c kauft ein Stück Regenwald

AES-Schüler schützen Land in Paraguay

Regenwald. Der ist doch dort, wo es täglich mittags regnet, oder? Stimmt genau, deswegen heißt er so! Das lernen wir alle in der Schule, manche von uns waren sogar schon mal da. Nur der Regenwald, der ist an vielen Stellen nicht mehr da. Er wird nämlich in großem Umfang abgeholzt. Als die Klasse 8c der Albert-Einstein-Schule (AES) im Unterricht erfuhr, dass täglich weltweit mehrere hundert Fußballfelder dieser einmaligen Landschaft verloren gehen und das seit 30 Jahren, beschloss sie: Wir kaufen ein Stück.

Unterstützt von ihrem Lehrer Marcus Biesemann recherchierten die Schüler eine vertrauenswürdige Organisation und fanden „Rettet den Regenwald e.V.“ Kurzerhand stellten sie den Kontakt her, trieben insgesamt 120 Euro auf und kauften über den Verein einen Hektar Regenwald in Paraguay, dessen Überleben damit als gesichert gilt. Ein Hektar sind 10000 Quadratmeter, also nicht ganz zwei Fußballfelder. Über ihr Stück Land informiert sich die Klasse im regelmäßig erscheinenden „Regenwald-Report“ und auf der Vereins-Homepage.

Was ist so wichtig an dieser fernen Landschaft, dass wir meinen, sie retten zu müssen? Es ist nicht etwa der Sauerstoff für die Luft. Der wird zu überwiegenden Teilen von Algen in den Weltmeeren produziert. Es sind die drohende Versteppung, der Verlust der Artenvielfalt, die Erwärmung der Atmosphäre und nicht zuletzt die Rettung des Lebensraumes einiger Indianervölker. Sind denn da nicht eher Regierung und Bevölkerung der betroffenen Länder gefragt? Die sehen den Wald größtenteils vorrangig als Geld- und Rohstoffquelle. Neuen Weide- und Anbauflächen sowie Bauxit- und Eisentagebau steht der Wald im Weg, also weg damit.

Wie der Verein auf seiner Homepage mitteilt, soll der Urwald, von dem die Einstein-Schüler einen Hektar kauften, im Visier des Konzerns Monsanto sein, der dort Gensoja-Plantagen anlegen will. Andere sollen dort auf „Biodiesel“-Anbau setzen. Da scheinen die 1,2 Cent pro Quadratmeter gut angelegt, um die drohende Rodung zu verhindern. Unsere Schule gibt ein Beispiel. Könnte ja sein, dass dieses Beispiel Schule macht.             


Fast wie im richtigen Regenwald, den beeindruckenden Tukan gibt’s allerdings nur auf Papier: Robin, Maike und Lukas mit der Kaufurkunde der 8c.

Michael Rausch




Veröffentlicht am:
06.10.2011