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Mit Zeus zum Journalismus-Olymp

AES-Schüler auf Recherche


„Gebt eure Quellen an!“ Katrin Bölstler warnt vor Plagiaten.

Womöglich hätte Zeus selbst Spaß daran gehabt, wenn der altgriechische Götterchef es gekannt hätte. So aber muss das gleichnamige Zeitungsprojekt ohne sein Wissen stattfinden. Spaß haben dafür die AES-Schüler, die sich jetzt sieben Wochen lang als NRZ-Leser und „Zeus-Reporter“ online und auf bedrucktem Papier tummeln dürfen. Zeus ist das Kürzel für „Zeitung und Schule“, einem Projekt der WAZ-Mediengruppe mit dem diese nach eigenem Bekunden „die Medienkompetenz der Jugendlichen stärken, das Lesen fördern“ und „die Jugendlichen zum Schreiben motivieren“ will. Katrin Bölstler, als Journalistin für den Medienkonzern tätig, gab den teilnehmenden Schülern den letzten journalistischen Feinschliff.

Zunächst erntete sie aber neidvolles Aufstöhnen mit der Schilderung ihres Redaktionsalltags, der nicht vor neun Uhr, dafür aber mit Kaffee und drei Zeitungen beginnt. Dabei verschwieg sie allerdings, dass die Abende dafür durchaus etwas länger geraten können. Die Journalistin sieht sich als Mittlerin, die schwieriger Sachverhalte aus teils verquastem Expertendeutsch in verständliche Sprache übersetzt.

Die Schüler der 8a verfolgten aufmerksam goldene Regeln des Journalismus, wie recherchieren, Quellen angeben, Experten zu Rate ziehen und zitieren. „Schreibt nicht das, was ihr wisst, sondern fragt Leute, die Ahnung von der Sache haben“, forderte die Journalistin. „Geht raus, sprecht mit den Menschen und nutzt euren Reporterausweis.“ Als Julian die erwartete Frage stellte: „Komme ich mit dem Ausweis auch ins Kino oder in Veranstaltungen?“ musste ihm der Zahn gezogen werden, Journalismus sei in erster Linie Vergünstigung. Der Ausweis dient dazu, Hemmungen der Angesprochenen abzubauen und den Zeus-Reportern eine Legitimation zu verschaffen.

Die Vielfalt der folgenden Themenvorschläge aus Reihen der Schüler ließ hoffen. Das Spektrum reichte von Katzenzucht bis Krötenwanderung. „Selbst die Kanalisation kann ein Thema sein“, bestätigte Katrin Bölstler, „wenn man ihm einen neuen Gesichtspunkt abgewinnen kann.“ Und damit schickte sie den Nachwuchs auf den Tummelplatz der Neuigkeiten und Nachrichten. Spannend wird es auf jeden Fall. Außerdem winkt noch der Zeus-Award für den ganz besonderen Text mit einer Reise nach Berlin. Und wenn der eine oder andere Jungreporter auf diesem Weg der Leser von morgen wird, hätte auch niemand etwas dagegen.

Michael Rausch




Veröffentlicht am:
07.05.2011