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Cajons selbst gemacht

AES-Schüler (h)bauen Kastentrommeln


Das Cajon-Schalloch: Joey hat den Durchblick.

Das soll eine Trommel sein? Es sieht aus wie ein simpler Holzkasten mit einem Loch drin, ist nicht rund und hat nicht einmal ein Trommelfell. Dafür klingt es fast wie ein ganzes Schlagzeug, wenn man es richtig spielt. Es heißt Cajon. Komischer Name! Ist auch nicht deutsch, der Name, sondern spanisch und bedeutet „Schublade“. Das Instrument stammt aus Südamerika und ist mittlerweile in der europäischen populären Musik angekommen. Natürlich auch an der AES.


Ob der Leim gehalten hat?

Hier lässt Instrumentallehrer Hasan Kayar gerade 24 Stück von Schülern seiner 5er-Trommelgruppe bauen. Jedem Kind sein Instrument. Nur aus edlen Materialien, wie er versichert: Der Rahmen stabile Tischlerplatte, Frontseite Kirsche und die Rückseite Eiche furniert. Innen drin schafft eine Schnarrvorrichtung den richtigen Sound und ein rundes Schalloch sorgt für den richtig bassigen „Punch“. Und das alles für maximal 40 Euro, da kann man nicht meckern.


Wir sollen 45 Grad feilen, hat Herr Kayar gesagt.

Gemeckert wird ohnehin nicht, dafür macht das Hobeln, Sägen, Leimen, Feilen zu viel Spaß, auch wenn dabei Späne fallen. Eine gute Idee, findet auch Schulleiterin Ulrike Liebenau: „Wenn ich sehe, wie hier Schüler, die den ganzen Tag still sitzen mussten, sich an dem Holz abarbeiten, bin ich immer wieder begeistert.“


Und nach dem Feilen immer das Sägemehl wegpusten.

Hasan Kayar, der die Idee zu dem Projekt hatte, weiß, dass man zu einem selbst gebauten Instrument ein viel intensiveres Verhältnis aufbauen kann. Ihm ist wichtig, dass der Cajon ursprünglich ein Sklaveninstrument war, geboren aus der Not der Afrikaner, denen man ihre Trommeln weggenommen hatte. Findig wie sie waren, schufen sie Ersatz, so gut, dass die ganze Welt nun nach ihm verlangt.


In schwierigen Fällen legt der Meister auch mal selbst Hand an.

Gespielt wird er mit beiden Händen, indem der Spieler rittlings darauf sitzt. Kayar erklärt seinen Schülern, dass sie deswegen die oberen Kanten abrunden müssen, andernfalls täte das Sitzen weh. Und deswegen wird jetzt gefeilt, was das Zeug hält. Nach der Oberflächenbehandlung sind die Cajons gebrauchsfertig. Hasan Kayar wird sie im Unterricht und auf der Bühne einsetzen. Wundern Sie sich also nicht, wenn bei der nächsten „AES-Showtime“ Kinder auf Holzkisten sitzen. Sie werden staunen, was aus ihnen heraus kommt.

 Michael Rausch




Veröffentlicht am:
28.02.2011