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Babysitter mit Zertifikat

Einmalig an der AES

Ach, mal wieder ins Kino gehen, das wär’ schön! Diese und ähnliche Stoßseufzer sind bei Eltern in den ersten Jahren immer wieder zu hören. Wegen der Kinder ans Haus gebunden, versagen sie sich manche abendliche Vergnügung. Aus der Patsche hilft der Babysitter des Vertrauens. Nur – wo gibt es den? An der AES gehen gerade 16 Schülerinnen und Schüler in die Zielgerade zum Babysitter-Zertifikat.

Lehrerin Dorothee Pütz hatte die Idee zu dem zweistündigen Kurs, der in der Essener Realschullandschaft einmalig sein dürfte. Sie entwickelte das Konzept für die Jahrgangsstufe 8, das viele Mädchen und auch einige Jungen anzog. Angelina findet die AG „cool“ und empfiehlt sie unbedingt weiter: „Bei Frau Pütz kann man lernen, was das Beste für ein kleines Kind ist. Das ist wichtig, denn die Eltern wollen einen verantwortungsbewussten Babysitter, der mit dem Kind gut zurechtkommt und es nicht verletzt. Wir erforschen in der AG auch unsere eigene Kindheit und versetzen uns so in die Lage eines kleinen Kindes, um es besser zu verstehen. Es ist harte Arbeit, aber wir machen auch viel spielerisch.“


Marlene und Angelina (v.l.) erforschen die eigene Kindheit.

Neben der eigenen Kindheit und der Entwicklung von Kleinkindern stehen aber auch ganz handfeste Fertigkeiten auf dem Programm wie Pflegen, Wickeln, Tragen, Beruhigen und Füttern von Säuglingen. Paul berichtet vom Besuch der Uni-Kinderklinik: „Dort haben wir von der Kinderkrankenschwester Cati gelernt, wie man Babys richtig wickelt. So sollte man immer eine Hand auf dem Kind halten, damit es nicht vom Wickeltisch fällt. Wir haben auch gelernt, welche Spiele man mit kleinen Kindern machen darf und welche besser nicht. Auf der Frühgeborenen-Station durften wir uns die Kinder aus der Nähe ansehen.“

Dorothee Pütz, angetan von der starken Nachfrage, musste die Bewerber in zwei Halbjahreskurse aufteilen. Als Mutter zweier erwachsener Söhne kennt sie die Thematik auch aus eigenem Erleben. Sie möchte „Begeisterung“ wecken und für ein „liebevolles Herangehen“ sorgen, wenn sie den jungen Babysittern das Handwerkszeug für die verantwortungsvolle Tätigkeit vermittelt. A propos Handwerkszeug: Neben dem Zertifikat stellt sie den Schülern zum Abschluss einen Babysitter-Beutel zusammen, der alles enthält, was im Ernstfall helfen kann.


Kinderkrankenschwester Cati (r.) lässt Matthias und Paul die Babypuppe wickeln.

Paul, der gerade eine Babypuppe wickelt, sieht sich unter all den Mädchen gar nicht als besonders. Er war von Anfang an einfach nur fasziniert von dem Thema und empfand „Rührung“ auf der Kinderstation. Seine Begeisterung hat beim Besuch im Kindergarten noch eher zugenommen. Die Erfahrung mit der dortigen Altersgruppe kam der späteren Praxis schon ziemlich nahe. Und um die geht es Paul. Er freut sich, dass er mit den erworbenen Fähigkeiten später sein Taschengeld aufbessern kann. Und mit dem Zertifikat ist er seinen Mitbewerbern sicher eine Nasenlänge voraus.

Michael Rausch




Veröffentlicht am:
04.02.2011