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AES-Schüler im Revier unterwegs

Auf der Suche nach der Ruhr-Kultur 2010

Das ging ja so was von schnell! Gerade noch hat Herbie Grönemeyer seine Hymne „Komm zur Ruhr“ in den Schneesturm über Zollverein geschmettert, da ist das Kulturhauptstadt-Jahr 2010 auch fast schon wieder vorbei. Höchste Zeit für die AES, die Region unter die Lupe zu nehmen und zwei Projekttage lang nach der Ruhr-Kultur zu forschen. Die Klassen schwärmten aus und verteilten sich im Revier. Von Mülheim bis Dortmund, von Schalke bis Hattingen, aber natürlich auch in Essen waren die Expeditionen unterwegs. Was sie dort fanden, bereiteten sie auf und legten am zweiten Tag Präsentationen hin, um ihre Mitschüler zu informieren. So hatten alle etwas davon.

Der westlichste Punkt war das Aquarius-Wassermuseum in Mülheim. Josefin Hüttersen, 9a, berichtet: „Nach der Einführung wurden uns Aufgaben erteilt, die wir auf den 14 Ebenen bearbeiten sollten. Unser Rundgang startete in 35 Metern Höhe, mit einem Ausblick auf das Ruhrlandpanorama. Mit einer Chipkarte bekamen wir Zugang zu den Monitoren, auf denen uns verschiedene Aufgaben rund ums Wasser erwarteten. Bei Quiz und Spielen konnten alle eifrig Punkte sammeln und sich zum Schluss eine persönliche Urkunde ausdrucken. Zur Aufgabenbesprechung trafen wir uns alle wieder, bei der jeder seine Lösungen präsentierte. Der Ausflug gefiel vielen und jeder nahm neue Erkenntnisse über ‚das Nasse’ und reichlich Informationen rund um den Wasserturm mit, um am nächsten Tag den anderen Klassen eine gute Präsentation vorzustellen.“


Binse, Kamille, Bachbunge und Sumpfschachtelhalm hat Annika am Essener Mühlenbach gefunden.

Eine beeindruckende Präsentation bot auch die 8d zum Thema Wasser. Sie hatte teils in Gummistiefeln mehrere renaturierte Essener Bäche untersucht. Nach jahrzehntelanger stiefmütterlicher Behandlung als Abwasserkanäle ist der Gewässerlauf nun wieder gewunden, wie es sich für Bäche gehört. Die Jugendlichen untersuchten den PH-Wert des Wassers, sammelten wieder angesiedelte Pflanzen und Tierarten und zeigten, dass in der Gegenwart nichts mehr diese Wässerchen trübt. Sie untersuchten die Zufriedenheit von Anwohnern und Spaziergängern und fanden, dass Menschen in Wassernähe glücklich sind.


Die 8d zeigt die Renaturierung mehrerer Bäche auf Essener Stadtgebiet.

Der Bergbau hat die Region groß gemacht. Dem trug die 10b Rechnung und fuhr in das Deutsche Bergbaumuseum Bochum. Julian Schürmann war dabei: „Nach einer Führung durch den 22 Meter tiefen Stollen und auf den rund 70 Meter hohen Nachbau eines Förderturms hinter dem Museum hatte die Klasse die Möglichkeit, sich in kleinere Gruppen aufzuteilen, um den Rest des Museum zu erkunden. Die Meisten der Schüler fanden den Ausflug gelungen und haben den weitreichenden Ausblick vom Turm und die authentische und interessante Füh-rung über den Kohleabbau im Ruhrgebiet sehr genossen. Das Museum besteht aus vier Stockwerken und hat, obwohl es sich momentan im Umbau befindet, viele unterschiedliche Ausstellungen, die nicht nur den Bergbau, sondern auch Kunst und Kultur behandeln.“


Gestein, Kohle, Erz – unter Tage sind die Schätze, die das Revier wohlhabend gemacht haben.

Wo Bergbau ist, da ist der Fußball nicht weit. Deshalb hatte sich die 10a nach Schalke aufgemacht und erfuhr einiges über geschäftliche und technische Grundlagen der Schalke-Arena, zum Beispiel, dass ein einmaliges Ausfahren des Kunstrasens 15000 Euro kostet und damit immer noch wirtschaftlicher ist, als einen kompletten Rollrasen zu erneuern. Einen Hauch von großer Fußballwelt konnten sich die Schüler in den Kabinen erschnuppern, in denen tags zuvor sich noch die Spieler von Benfica Lissabon umgezogen hatten.

Kohle und Stahl gehörten an der Ruhr immer zusammen. Die Henrichshütte in Hattingen ist der älteste Hochofen im Revier. Hier konnte die 7b Erz, Stahl und Schlacke „begreifen“. Zur Präsentation bauten die Schüler die Anlage aus Lego sehr anschaulich nach.


Die Henrichshütte in Lego von der 7b.

Zu den Großen im Revier zählten die Krupps, deren ehemaliger Wohnsitz, die Villa Hügel, heute der Firma als Repräsentationsobjekt, der Bevölkerung als Museum dient. Dass es aber wohl nicht nur das pure Glück ist, in eine reiche Familie hinein geboren zu werden, konnte die 7c an Ort und Stelle lernen. Für manche Krupps war die Villa Hügel wohl eher goldener Käfig als Zuhause.
 

Willkommen im „goldenen Käfig“.

Für die Mitarbeiter schuf die Margarethe-Krupp-Stiftung ein Zuhause der besonderen Art: die Essener Margarethenhöhe, einen Stadtteil, der anerkannt mustergültig geplant und ausgeführt wurde und wegen seiner Qualitäten noch heute zu den begehrten Wohnorten in Essen gehört. Die Klasse 8a besuchte eine Museumswohnung mit der Originaleinrichtung, interviewte Anwohner und Besucher und hielt mit Stift und Kamera die architektonischen Kleinode der Siedlung fest.


Andrang bei der Vorstellung der Margarethenhöhe.

Lange vor den Stahlbaronen herrschten Burgherren an der Ruhr. Das erfuhr die 7a im Archäologiemuseum Herne. Sie erhielten Einblicke ins ritterliche Leben auf der Burg, bearbeiteten Leder und präsentierten ihre Werkstücke in Kostümen der Zeit. Den Mitschülern verlangten sie einiges ab. Die mussten nämlich vor Verlassen der Präsentation den Ritter-Wahlspruch „Gott meine Seele, dem König mein Leben, den Damen mein Herz, die Ehre für mich“ auswendig lernen.


Ein Burgfräulein berichtet aus der Ritterzeit.

Auch Mats Schünemann war mit seiner 9c in der Mittelalter-Ausstellung „Aufruhr 1225“. Er berichtet: „Uns wurde ein Mordfall vorgestellt, der sich 1225 ereignete. Diesen sollten wir mit Hilfe von historischen Gegenständen aufklären. Nach Lösung des Falles, wurden wir in ein Theaterstück verwickelt. In diesem konnten wir den Mordfall nachstellen. Es war ein spannendes, lustiges Erlebnis und eine interessante Verbindung aus Theorie und Praxis.“

Die Mehrzahl der Schüler war sich einig: Diese Projekttage waren Unterricht in der angenehmeren Form. Das größte Engagement brachten sie allerdings bei der Präsentation auf. Die Mitschüler selbst zu unterrichten macht am meisten Spaß. Und ein bisschen stolz macht es auch.

Gewinner des schulinternen Wettbewerbs für die beste Darstellung eines Themas: 
5a und 5c (beide 1. Platz) in den Jahrgangsstufen 5/6,
8d (1. Platz) und 8a (2. Platz) in den Jahrgangsstufen 7/8,
9c (1. Platz). und 10a (2. Platz) in den Jahrgangsstufen 9/10.

Josefin Hüttersen, Michael Rausch, Mats Schünemann, Julian Schürmann




Veröffentlicht am:
24.10.2010