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Albert-Einstein-Realschule      Offener Ganztag - individuell gestaltet

Büro oder Labor?

Kompetenzcheck zur Berufswahl bei Albert Einstein

 
Den ganzen Vormittag über Tests brüten, gehört sonst nicht unbedingt zum Alltag.

Die Kopfhaut kribbelt, die Hände sind feucht, der Kloß im Hals lässt die Stimme versagen. Sabrina steht vor ihren Mitschülern und soll sich und ihre beruflichen Ziele vorstellen. Ein Alptraum, doch da muss sie jetzt durch. Die Selbstpräsentation gehört zu dem eintägigen Kompetenzcheck, mit dem die AES jedes Jahr ihre Neuner optimal auf die Berufswahl vorbereiten und ihnen helfen möchte, ihren Weg zu finden. Durchgeführt hat die Tests die Beratungsfirma HRmatic aus Köln, finanziert wurde die Aktion von der Bundesagentur für Arbeit unter dem etwas sperrigen Titel „Kompetenzfeststellungsverfahren zur vertieften Berufswahlorientierung“.

 
Antony grübelt. Leicht sind die Tests nicht.

Sabrina hat es hinter sich gebracht. Sie bekommt Rückmeldungen über ihre Ausstrahlung. „Du hast deine Stärken nicht genannt. Du wirkst gelangweilt“, meinen ihre Mitschüler. Sie hat ihre Zuhörer nicht angesehen und den Körper pendeln lassen. Das wirkt distanziert und wenig konzentriert. Sabrina soll auch lernen, Mankos positiv darzustellen.

Ganz anders Larissa. Sie spricht schnell und überlegt, sie wirkt völlig konzentriert und selbstsicher. Wenn da nicht die gekreuzten Beine wären, die Unsicherheit signalisieren. Körpersprache ist verräterisch. Auch sie bekommt kritische Rückmeldungen, die ihr helfen werden, sich in Vorstellungsgesprächen besser zu präsentieren.

 
Die Konzentration ist Marie anzusehen.

Leicht waren auch die anderen fünf Tests nicht, in denen unter anderem Persönlichkeitsstruktur, Kooperationsfähigkeit, Interessen und Intelligenz auf den Prüfstand kamen. Besonders die Konzentration der Schüler wurde auf eine harte Probe gestellt. Den ganzen Vormittag über Tests brüten, gehört sonst nicht unbedingt zum Alltag.

Philipp fand die Aufgaben sehr anspruchsvoll: „Ich kann mir jetzt besser vorstellen, wie Einstellungstests unter Druck sind, nämlich gar nicht so leicht.“ Auch Jan fand die Aufgaben „nicht gerade einfach“. Fabian sieht die Angelegenheit positiv: „Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Tests gemacht werden, um seinen Beruf zu finden.“

 
Gute Stimmung im Auswertungsgespräch – Pia und ihr Vater sehen zufrieden aus.

Auch bei der Elternschaft kam die Aktion gut an. Sie war an einem Informationsabend rund ums Thema informiert worden und begrüßt die Chance professioneller Beratung. So waren dann auch die meisten Eltern bei den anschließenden Auswertungsgesprächen mit anwesend. Die erhobenen Daten wurden nur ihnen und ihren Kindern mitgeteilt und müssen nach einer festgesetzten Frist gelöscht werden.

Nun kann jeder der getesteten Schüler sein Profil etwas genauer beurteilen, kennt Stärken und auch Schwächen. Die ganz großen Enttäuschungen hat es aber auch diesmal nicht gegeben. „In der Regel schätzen Schüler sich realistisch ein“, meint Lisa Kolley, Psychologin bei HRmatic. „Falls einmal nicht, wird durch die Tests ihr Ehrgeiz geweckt.“

Michael Rausch




Veröffentlicht am:
26.09.2010