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Albert-Einstein-Realschule      Offener Ganztag - individuell gestaltet

Schafe treten Mauselöcher zu

Artenvielfalt kam per Bus zur AES

Die WDR Lokalzeit Ruhr berichtete am 15.09.2010 in einem Kurzbeitrag  >> LINK (dann einfach Video anklicken)



Da staunten die Schüler der Albert-Einstein-Realschule (AES) nicht schlecht, denn diesmal kam das Klassenzimmer zu ihnen, und zwar auf Rädern. Zum „Internationalen Jahr der Biologischen Vielfalt“ hatte das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sein rollendes Klassenzimmer auf die Reise nach Rellinghausen geschickt. Da stand er nun, der „Artenvielfalt-Bus“ und lud die Schüler der Bio-Kurse 7 bis 9 zum Unterricht ein.



Und dann staunten sie gleich noch mal: Es sah aus wie eine blasse Möhre, war aber keine. Auch mit „Petersilienwurzel“ lag Max daneben. Bis es Lisa dämmerte, „es könnte Pastinake sein“. Volltreffer, sie kannte nämlich die Wurzel aus Mecklenburg-Vorpommern, wo Teile ihrer Familie zu Hause sind. Referent André Deichselt hatte heimische Obst- und Gemüsesorten vorbereitet, um klar zu machen, dass angestammte aber verdrängte Sorten ihren Platz auf unserem Küchenzettel verdienen. Dabei ging es durchaus nicht nur um die Entdeckung verloren gegangener Geschmacksrichtungen. Die Verringerung auf wenige herausgezüchtete Arten in Wald und Feld bedeutet Verarmung des biologischen Erbes und zieht einen Rattenschwanz von Negativ-Folgen nach sich, angefangen bei der Bodenerosion bis hin zu größerer Schädlingsanfälligkeit. Das Gleiche gilt auch für die Tierwelt: „Regenwürmer zum Beispiel sichern den Kreislauf der Nährstoffe, Insekten regulieren Schädlinge und Krankheiten von Nutzpflanzen und sichern die Bestäubung“, heißt es im Begleitmaterial des Ministeriums. Ihre „Dienstleistung“ verringert die Notwendigkeit von Schädlingsbekämpfungsmitteln in der Nahrungskette.



Auf die Zusammenhänge zwischen Förderungsmitteln und Fruchtauswahl wies Referentin Corinna Müller hin. Kluger Einsatz von finanziellen Hilfen macht daraus ein Steuerungsinstrument, mit dem sich Artenvielfalt schützen lässt. Mit dem hochmodernen Smartboard zeigte die Referentin, welche positiven Effekte die Artenvielfalt in der Nutztierwelt hat. Eine bestimmte Schafrasse schützt in idealer Weise Nordseedämme, weil sie mit ihren kleinen Hufen die Mauselöcher zutritt. Marvin beurteilte den ungewöhnlichen Unterricht positiv. Viel ist hängen geblieben von Tierrassen, Getreidesorten, Apfelsorten, den Auswirkungen auf die Qualität des Bodens. Vor allem aber zeigte sich Marvin beeindruckt von dem Bus mit dem „modernen Screen. Das ist viel anschaulicher als mit der Tafel.“



Verblüffend einfach ist das Rezept, mit dem wir alle als Verbraucher die Artenvielfalt fördern und schützen können: Nachfragen, denn Nachfrage erzeugt Angebote. Ein schönes Beispiel ist die glatte Petersilie. Noch bis in die siebziger Jahre hinein war hierzulande ausschließlich die zwar hübschere krause, aber geschmacklich blassere Variante bekannt. Bis der deutsche Gaumen das kräftige Aroma der glatten Petersilie in der südländischen Küche entdeckte und schätzen lernte. Die Nachfrage stieg, mittlerweile ist das Kraut ein Standardangebot.

Wer mehr wissen will, findet Verbrauchertipps unter www.bmelv.de.

Michael Rausch




Veröffentlicht am:
22.09.2010