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Sprechende Farben

AES-Kunstkurs im „schönsten Museum der Welt“

„Das schönste Museum der Welt“. Mit diesem Titel für die erste Sonderausstellung schmückt sich derzeit das Essener Folkwangmuseum. Zu anmaßend? Der 10er-Kunstkurs wollte es wissen und schaute nach.



Workshop-Leiterin Anne-Kathrin Traphan brachte gleich Licht in die Angelegenheit. Die Bezeichnung stamme nicht aus den eigenen Reihen, sondern vom Mitbegründer des Museum of Modern Art in New York, Paul J. Sachs. Der habe bei einem Besuch in Essen 1932 gesagt, das Folkwang sei „das schönste Museum der Welt“. Ja dann…



Licht und großzügig bemessener Raum waren denn auch die beiden Elemente, die die Schüler beeindruckten. Der Bau selbst nimmt sich trotz seiner Dimensionen dezent zurück und lässt den Ausstellungsstücken den Vortritt. Ob der sanfte Fischgeruch aus der Restaurantküche, der Kandinsky , Kirchner, Marc und Paula Modersohn-Becker umwehte, Teil eines Gesamtkunstwerkes sein sollte, wagten allerdings einige Schüler zu der morgendlichen Stunde zu bezweifeln.

„Ausdruck“ war das Workshop-Thema, Expression das zugehörige Fremdwort, das überleitete zur Ausdruckskunst der expressionistischen Epoche. Im Werkraum entstanden zunächst Skizzen verschiedener Gesichtsausdrücke, von skeptisch bis höhnisch, erstaunt bis ängstlich. Die Präsentation japanischer Theatermasken zeigte, dass Ausdruck durch Mimik und Gestik über Kultur-Entfernungen hinweg universell und allgemein menschliches Gut ist, so dass es nicht schwer fiel, Ausdrücke wieder zu erkennen.



Ausdruck durch Farbe, grelle Kontraste, vergröberte Formen, scheinbar flüchtig gesetzte Pinselstriche waren Ausdrucksmittel expressionistischer Malerei. Manches Bild, bereits bekannt aus dem Unterricht, gab im Original und in veränderter Umgebung wieder neue Aspekte preis. Anne-Kathrin Traphan moderierte die Gespräche darüber und machte klar, weshalb viele Bilder der Epoche von den Nazis als „entartet“ klassifiziert wurden. Die anschließende Arbeit in der Werkstatt setzte die Eindrücke in großformatige farbige Doppelgesichter um. In anregender Atmosphäre entstanden Ergebnisse, die Schüler wie Workshop-Leiterin beeindruckten.



Das schönste Museum der Welt? Auf jeden Fall das schönste der Kulturhauptstadt 2010. Das Schönste aus unserer Sicht aber ist, dass es den Schulen über das Jahr 2010 hinaus offen bleiben wird als Ort des Lernens und Arbeitens. Für diese Öffnung gebührt den Machern Anerkennung.

Michael Rausch




Veröffentlicht am:
14.06.2010