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Albert-Einstein-Realschule      Offener Ganztag - individuell gestaltet

Dilara in Bulgarien

Bulgarien - eine andere Welt

Vier Wochen, in der Zeit vom 22. März bis 16. April, habe ich in Bulgarien ein Praktikum absolviert. Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und die Essener Wirtschaftsförderungs-gesellschaft vergab hierfür insgesamt 50 Stipendien.

In der Firma “DELPHIN Projekt Ecotechnika Ltd.” durfte ich ein zweites Mal in die Berufswelt hinein schnuppern. Sie stellen Baupläne für Kläranlagen her und deshalb habe ich in den vier Wochen mit zwei Designern für Wasser-versorgung und Kanalisation, sowie für Trink- und Abwasseranlagen verbracht. Unglücklicherweise habe ich nicht viel über die Firma und ihre Tätigkeiten erfahren, weil sie mir wegen einem Großauftrag nur wenig Aufmerksamkeit schenken konnten.  
 
Da Bulgarien eines der ärmsten Länder Europas ist, wird man in diesem Land mit der Armut konfrontiert. Es war erschreckend zu sehen, dass zwischen den heruntergekommenen Häusern zwischendurch Mal eine Villa herausragte und an der Ecke der Straße, suchte ein Junge in einer Mülltonne etwas Essbares. Die einzelnen Schichten sind in Sofia nicht in verschiedenen Bezirken, sondern zusammengewürfelt. Eine Mittelschicht ist dort, so gut wie gar nicht, vorhanden.

Meine Gastfamilie war sehr offen und herzlich zu mir. Ich habe mich mit ihnen sehr gut verstanden und haben sehr viel mit mir unternommen. Da meine Gastmutter eine Professorin an der Universität für Kunst und Fashion Design ist, nahm sie mich auf viele Kunst- und Fashionausstellungen mit. Für mich war das eine schöne Erfahrung. 

An Ostern waren wir in den Bergen, im Ferienhaus der Familie. Mir hat es dort sehr gut gefallen, auch wenn es dort einem kleinem Dörfchen gleich. Wir waren drei Tage dort und an den ersten beiden Tagen gingen wir wandern. Es war sehr beeindruckend, weil Bulgarien sehr schöne Berge und faszinierende Landschaften hat.

Die Nationale Galerie für ausländische Kunst ist einer der bekanntesten Museen in Sofia und beeindruckt mit seiner Fassade und ihrem Vorgarten. Das Gebäude im weißen frühen Barockstil (1887), die sich knapp vor dem „Vassil Levski Monument„ befindet, wurde im sechzehntem Jahrhundert errichtet. Sie diente zunächst als Amtssitz der osmanischen Verwaltung. Hier wurde ebenfalls der Prozess gegen den Nationalhelden Vasil Levski geführt. Nach der Befreiung aus der osmanischen Herrschaft wurde es zweimal um- und ausgebaut und fungierte während der Monarchie als Zarenschloss. Seit 1954 ist hier die Nationalgalerie beheimatet. Die Sammlung der bulgarischen Kunst von der Mitte des neunzehntes Jahrhundert bis zur Gegenwart, ist in meinen Augen, nicht so attraktiv, wie das Gebäude selbst. Sammlungen aus der ganzen Welt, darunter sind Werke von Künstlern wie Van Dyke, Rodin, Picasso und Goya beherbergt die Galerie seit 1985.

Die Alexander Nevski Kathedrale ist ohne Zweifel das spektakulärste Gebäude in Sofia. Benannt nach St. Alexander Nevski, ein russischer Zar, der Russland vor der Invasion der schwedischen Truppen im Jahre 1240 gerettet hatte und zum Schutzheiligen des Zaren Alexander wurde. Erbaut zwischen 1882 und 1912 in der neo-byzantinischen Zeit, ist die Kathedrale 76 Meter lang und 53 Meter breit und soll Platz für bis zu 7000 Menschen haben. Der Stil ist typisch für die russischen Kirchen im 19. Jahrhundert. Im Inneren sind die Wände sehr kunstvoll bemalt worden.

An einem Wochenende besuchten wir Plovdiv, die zweitgrößte Stadt in Bulgarien und lernte dort, dass Plovdiv heute aus zwei Städten besteht, einmal aus der Neu- und aus der Altstadt. Die Altstadt wird auch als  „das alte Juwel“ benannt. Es war sehr verwirrend durch die Altstadt zu laufen, da die schöne Stadt sehr verwinkelt ist und man sehr schnell die Orientierung verliert. Plovdiv erscheint, wie ein Freilichtmuseum in dem malerische Häuser das Bild bestimmen. In der Altstadt leben und arbeiten heute nur 4500 der insgesamt 350.000 Einwohner.

Obwohl die Rückreise sehr anstrengend und kompliziert war, wegen des Vulkanausbruchs und deshalb sämtliche Flughäfen geschlossen wurden, kamen wir gesund und heil, mit einer Woche Verspätung, in Essen an.
Der Auslandsaufenthalt hat mir großen Spaß gemacht und habe dort viel über das Land und mich gelernt. Es war ein besonderes Erlebnis in einem fremden Land auf sich alleine gestellt zu sein.

Hiermit danke ich nochmals der Alfried Krupp-Stiftung und der Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft, die mir diesen Aufenthalt ermöglicht haben. Und selbstverständlich der Albert-Einstein-Realschule, die mir bei der Bewerbung und bei Fragen zur Seite stand.

Dilara Isildak, 9b




Veröffentlicht am:
17.05.2010