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Albert Einstein hilft Haiti

Schüler bringen 5918 Euro auf

Medgy Liburd schildert, wie ihre Mutter aus den Trümmern gerettet wurde
Medgy Liburd schildert, wie ihre Mutter aus den Trümmern gerettet wurde

Es sind verstörende Bilder, die die Haitianerin Medgy Liburd von ihrer zerstörten Heimatstadt Port-au-Prince zeigt. Die Jugendlichen in der Aula der AES sind still geworden. Eindringlich schildert die 23jährige Jurastudentin die Erlebnisse ihrer Familie während jener schrecklichen 30 Sekunden am 12. Januar, die in Haiti keinen Stein auf dem anderen ließen. Als Medgys Mutter begriffen hatte, was vorging, wollte sie zur Tür flüchten, aber da war keine Tür mehr, nur noch eingestürzte Wände. Mit ein paar Abschürfungen wurde sie aus den Trümmern gezogen. Die Tante hatte weniger Glück im Unglück. Sie erlitt innere Verletzungen. Aber alle im Haus überlebten - alle, bis auf einen kleinen Jungen. Er war als Spielkamerad der Brüder zu Gast im Hause und konnte nach fünf Tagen nur noch tot geborgen werden. Viele Freundinnen hat Medgy verloren, von vielen noch keine Nachricht. Auch ihre Schuldirektorin verlor ihr Leben unter den Trümmern.

Der Kontakt zu Medgy Liburd kam über einen haitianischen Schüler der AES zustande, der selbst erst zu Weihnachten in der Heimat war. Die junge Frau erzählt aus dem teilweise armseligen Alltag in Haiti, wie es vorher war, vor dem Beben. Und davon, dass die, die vorher schon kaum etwas besaßen, nun auch das letzte Bisschen verloren.

Sichtlich bewegt kehrten Schüler und Lehrer in die Unterrichtsräume zurück, um in der Schulgemeinde eine Hilfsaktion in Gang zu setzen. Da waren gute Ideen gefragt: Vom Spenden sammeln über Opas Elektrik reparieren, Einkaufen, Auto putzen bis Hund ausführen war alles dabei. Besonders originell: Zwei Mädchen halfen im Altenheim den Bewohnern beim Verkleiden und Schminken für eine Karnevalsfeier, zwei Mädchen spielten auf der Straße bei klirrender Kälte Saxophon, ein Mädchen gab Dankeschön-Scheine für jede Spende aus. Alle arbeiteten in ihrer Freizeit für den guten Zweck. Und so erzielte die Solidarität in der AES-Schulgemeinde am Ende der einwöchigen Aktion 5918 Euro. Die Summe wird einer Hilfsorganisation übergeben werden.

Michael Rausch




Veröffentlicht am:
01.02.2010