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Ein Loch in den Bauch gefragt

Weihbischof Ludger Schepers zu Besuch in der AES
Veröffentlicht in  und  Stadtteil am 02.07.2009 als "Weihbischof stellt sich Schülern vor"

 
Weihbischof Ludger Schepers blieb den Kindern der 5b keine Antwort schuldig.

Wie stellt man es sich vor, wenn der Weihbischof sich an einer Schule vorstellt? Ganz einfach, es gibt einen Termin, der Geistliche kommt und dann lernt er die Schülerinnen und Schüler der AES mal so richtig kennen. Eine ganze Stunde lang fragte ihm die 5b das sprichwörtliche Loch in den Bauch. Und Ludger Schepers beantwortete alle Fragen mit einer Engelsgeduld, die auch seinem Namenspatron alle Ehre gemacht hätte.

Nein, Freizeit habe er wenig, und einen Nebenjob habe er schon gar nicht. In der Soutane fühle er sich wie andere Menschen in ihrer Berufskleidung. Bei seiner ersten Predigt vor der Gemeinde hätten auch ihm die Knie gezittert. Bei der Frage, ob er den Geruch von Weihrauch möge, räumte er ein, es gebe durchaus guten und schlechten, und den guten möge er gern. Zur Zeit wohne er noch provisorisch zur Untermiete, er sei also auf Wohnungssuche und lebe noch ein bisschen aus dem Container.

Er ist ein ganz ruhiger Mann, der Weihbischof, der mit leise Stimme den Kindern seinen Beruf erklärt. Ein Weihbischof sei so etwas wie ein Konrektor, der Stellvertreter des Bischofs im Bistum. Und da er noch kein Jahr in Essen sei, lerne er gerade die Pfarreien kennen. Dabei traf er Lehrerin Beate Schlich und die habe ihn flugs an die Schule eingeladen.

Er ist auch ein sehr bodenständiger Mann. Sein Kreuz aus Eichenholz und Siemens-Turbinenstahl verbindet ihn sowohl mit seiner westfälischen Heimat, in der er seine Kindertage verbrachte, als auch mit dem Ruhrgebiet und dessen Menschen und ihrer Arbeit.

Er erklärt den Kindern seine Insignien, den Bischofsring und den Bischofsstab mit einer Weintraube in der Krümme und erzählt dazu die Geschichte vom Volk Israel, das am Ufer des Jordan Kundschafter aussandte, die mit einer riesigen Weintraube und Geschichten von riesigen Menschen zurückkehrten, die das Volk zaudern ließ, den ersten Schritt zu tun. Zu seinen Aufgaben gehört es nämlich, erste Schritte junger Menschen zu begleiten. Deswegen besucht er Schulen und industrielle Ausbildungsstätten. Gerade, so berichtet er, versucht er auch für die um ihre Arbeitsplätze bangenden Karstadt-Mitarbeiter da zu sein.

Das Schönste an seinem Beruf? Dass er mit Menschen zu tun habe, denen er von seinem Glauben erzählen könne und sich mit ihnen durch gegenseitiges Fragen zu ergänzen. All das nehmen die Kinder mit nach Hause. Sie haben erfahren: Der Weihbischof ist ein Mensch aus Fleisch und Blut, der mitten im Leben steht.

Michael Rausch




Veröffentlicht am:
24.06.2009