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„Girls’ And Boys’ Day“

„Girls’ And Boys’ Day“ an der AES
Mädchen in die Fertigung, Jungen an den Herd
Veröffentlicht in  und  Essen-Süd am 26.04.2009 als "Rollentausch beim Girls' Day"

Es gibt sie noch, die typischen Berufswünsche bei Jugendlichen: Jungen wollen nach der Schule am liebsten an Autos schrauben, Mädchen streben in die sozialen Berufe. Deswegen wurde an der AES aus dem diesjährigen Girls’ Day ein „Girls’ And Boys’ Day“ mit Rollentausch. Mädchen und Jungen schnupperten Dank der Bereitschaft Essener Firmen in die jeweils untypischen Berufe hinein.


Zwei Hundertstel Millimeter Toleranz, mehr lässt Qualitätskontrolleur Michael Krämer nicht durchgehen. Nina, Nadine und Nele (v.l.) sind beeindruckt.

Nadine, Nele und Nina lernten die Produktionsstätten der Firma Cantec kennen, die Maschinen zur Herstellung von Weißblech-Konservendosen fertigt und diese weltweit vertreibt. Die drei fragten nicht nur Produktionsleiter Detlef Wiaczka die sprichwörtlichen Löcher in den Bauch und erfuhren so alles über Weißblechlegierungen, CAD-gestützte Zerspanungstechnik, Werkzeuge, Maße, Gewichte, kurz: alles, was man wissen muss, um eine vernünftige Konservendose herstellen zu können. In wärmeren Ländern des Südens, in denen die Kühlketten nicht funktionieren, die überlegene Konservierungsmethode, weiß Personalleiter Michael Klossek.
Nadine hat noch ein bisschen Zeit mit der Entscheidung, aber für sie wäre es nicht undenkbar, in die Fertigung zu gehen. Die Verdienstmöglichkeiten von 750 Euro im ersten Lehrjahr sind verlockend. Allerdings mussten auch Nele und Nina bei der Aussicht auf flexiblen Einsatz und Schichtarbeit erst einmal schlucken.
 


Fest anziehen, die Flansche, damit die Leitungen dicht sind.

Ganz ähnlich die gemischte Schülergruppe, die in der Ausbildungsstätte des Großkonzerns Evonik die Bereiche Chemikant, Industriemechanik und Elektronik für Automatisierungstechnik kennen lernte. Auch hier gab es große Augen bei der Aussicht auf Schichtarbeit, aber auch bei den Aussichten auf 2500 Euro im ersten Berufsjahr inclusive Zulagen. Eva Kriwett, zuständig für Aus- und Weiterbildung gab umfassend Einblick in  Firmenstruktur und Ausbildungsinhalte.
Und dann wurde es praktisch. Evonik-Auszubildende holten die Schüler ab und führten sie in drei verschiedene Aufgabenbereiche ein. Ein Klebefilm-Abroller sollte gebaut werden. Anreißen nach einer technischen Zeichnung, bohren, Gewinde schneiden, schrauben. Dann eine elektrische Versuchsschaltung erstellen, Kabel abisolieren, verbinden, mit dem Schalter die Leuchte in Gang setzen. Spannend das Rohrleitungssystem, eine Prüfungs-anordnung, bei der die Schrauben der Flansche fest gezogen werden mussten. Als Druck aufs System gegeben wird, sprudelt an einem Flansch ein „Springbrunnen“. Die Jungen haben nicht fest genug angezogen, die Mädchen kichern. Gut, dass es nur Wasser ist!


Dennis schneidet Lauch, Gurken, Tomaten und was sonst noch in den Topf gehört.

Ohne Wasser hingegen hätte Fabian in der Church-Restaurantküche keine Chance gehabt. Er war zuständig für die maschinelle Reinigung, legte aber auch selbst Hand an, um in Sachen Hygiene professionellen Standard zu halten. Church, das ist das etwas andere Restaurant des Diakoniewerks Essen, in dem Leute mit schwierigen Biografien eine Chance bekommen. Betriebsleiter Ronny Gruhl, selbst jahrelang als freier Koch unterwegs, erkennt Potentiale und versucht, gute Leute zu halten. Er zeigte den AES-Jungen, wo es lang geht, kleidete sie einheitlich ein und ließ sie mit dem fest angestellten Personal im Rücken in Service, Verkauf, Küche und Betriebsleitung ihren ungewohnten Job machen. Und sie machten ihn gut. Für Luka gab’s im Service sogar Trinkgeld.


 
 
 
 
 
 
  

 
 Nele hat bei Cantec den Durchblick für ihre Zukunft gefunden.


Fabian hat keine Angst vor Spülhänden.


Schwer auf Draht: Dennis und Asima.

Michael Rausch




Veröffentlicht am:
23.04.2009