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Albert-Einstein-Realschule      Offener Ganztag - individuell gestaltet

Vertrag mit der Schlauheit

Essen, 18.11.2008, STEPHAN HERMSEN, Trackback-URL

BILDUNG. Als erste Essener Schule verpflichtet sich die Albert-Einstein-Realschule zur Übernahme von Lehramts-Praktikanten. Nicht ohne Hintergedanken: Ihre Schüler profitieren vom Ausbildungs-Extra.

NRZ-Foto: Remo Bodo Tietz
Gemeinsam auf dem Weg zu besseren Noten: Die Sechstklässler Muhammed Gürleyen, Benedict Großlibeck und Paul Schulze-Schlutius mit der Praktikantin und angehenden Lehrerin Katharina Buchholz. (NRZ-Foto: Remo Bodo Tietz)

"EIGEN, EIGENSCHAFT, EIGENTLICH" - was in dieser Reihe ist, bitteschön, das Hauptwort? Paul Schulze-Schlutius weiß es zwar, aber das Problem ist: ein Satz mit dem Wort "Eigenschaft" will ihm noch nicht einfallen. Der Sechstklässler hat Förderunterricht. Aber nicht irgendeinen, sondern akademischen Förderunterricht. Denn Katharina Buchholz, Studentin im neunten Semester, wird schon in ein paar Monaten selbst als Referendarin vor einer Klasse stehen und Deutsch und Englisch unterrichten.

Möglich macht es ein Kooperationsvertrag zwischen der Albert-Einstein-Realschule und der Universität Duisburg-Essen. Die Sprachförderung von derzeit 43 Fünft- und Sechstklässlern soll hier in Rellinghausen genauso professionell ablaufen wie die Ausbildung der angehenden Lehrerinnen und Lehrer. Die Uni braucht gute Pratikumsplätze für bessere Lehrer. Die Schule schafft mit guten Praktikanten bessere Schüler.

Deswegen schließt die Realschule als erste Essener Schule mit der Uni einen Vertrag. Mindestens fünf Praktikumsplätze in diesem speziellen Förderprogramm sichert die Schule der Uni zu - wobei sich die Studierenden sogar über eine Honorierung ihrer Nachhilfe freuen können. Und die Uni sorgt so für die Förderung der Kinder auf hohem Niveau. Angeleiert hat das alles Klaus K. Stephan, eigentlich Lehrer an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule, aber auch Uni-Dozent. Und er hat die Förderprogramme an drei Essener Grundschulen, seiner Heimatschule und jetzt eben an der Realschule etabliert.

Foto AES
Schulleiterin Ulrike Liebenau, Dr. Werner Schöneck (Zentrum für Lehrerbildung) und Uni-Prorektor Professor Franz Bosbach bei der Vertragsunterzeichnung

Am Anfang steht für Paul, Muhammed, Benedict und die 40 anderen Kinder ein Sprachtest. Danach wissen die Experten, wo der Nachholbedarf besonders groß ist: Hapert es bei der Groß- und Kleinschreibung? Werden Endungen nicht richtig gebildet oder fehlt ab und zu das Dehnungs-h? Entsprechend wird die Förderstunde aufgebaut. Katharina Buchholz und ihre Mitstreiter stellen das Lernprogramm zusammen und können in den Kleingruppen von sechs bis acht Kindern eine Menge bewegen. Beate Schlich, Klassenlehrerin der 6c, ist ganz begeistert. Eine Fünftklässlerin, die hart am Rande der Legasthenie zu ihr in die Klasse kam, wird im Sommer nach der sechsten Klasse zum Gymnasium wechseln. Auf dass sich solche Erfolge wiederholen, stoßen Schulleiterin Ulrike Liebenau und Uni-Prorektor Prof. Franz Bosbach im Lehrerzimmer im zweiten Stock an. Derweil hat sich Paul aus der Reihe "SCHLAUHEIT, SCHLAUER, SCHLAU" mit kundigem Blick das Hauptwort "Schlauheit" herausgepickt und auch einen Satz gefunden: "Die Schlauheit ist dem Mann nicht angeboren." Richtig, Paul. Aber er ist lernfähig. Die Frauen übrigens auch.




Veröffentlicht am:
19.11.2008